18. / 19. November 2019

 

WILHELM HAUFF

 

192.Todestag

 

Der vielseitige Erzähler Wilhelm Hauff wurde

am 29. November 1802 in Stuttgart geboren.

 

Er studierte zunächst Theologie und Philoso-

phie in Tübingen, arbeitete dann als Hausleh-

rer und schließlich als Redakteur von Cottas Morgenblatt. Seinen größten literarischen

Erfolg erzielte Hauff mit dem Buch Lichten-

stein (1826), mit dem er den historischen

Roman in Deutschland begründete.

 

Wirklich bekannt aber wurde er durch seine

Märchen, die in drei Almanachen 1826, 1827

und 1828 erschienen, und durch seine Lie-

der, die sich zu Volksliedern entwickelten.

 

In seinen Erzählungen verbindet Hauff ro-

mantisch-phantastische Elemente mit rea-

lis-tischen und zeitkritischen sowie satiri-

schen Zügen.

 

Es ging ihm allerdings nicht nur darum,

seine Zeit kritisch zu beleuchten, sondern

er wollte seine Leser auch unterhalten.

 

Der Dichter starb - erst 24jährig -

am 18. November 1827 in seiner

Heimatstadt.

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Werke u.a.

 

1826 Lichtenstein

 

(Roman)

 

1826 Der Mann im Mond

 

(Roman)

 

1826 Mitteilungen aus den

 

Memoiren des Satans

 

(Erzählung)

 

1827 Phantasien im Bremer

 

Ratskeller (Erzählung)

 

1828 Novellen

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Wilhelm Hauff

 

Mitteilungen aus den

 

Memoiren des Satan

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LESEPROBE

 

Aus dem ersten Kapitel

Der Herausgeber macht eine

interessante Bekanntschaft

 

Wer wie der Herausgeber und Übersetzer vorliegender merkwürdiger Aktenstücke in

den letzten Tagen des Septembers 1822 in

Mainz war und in dem schönen Gasthof Zu

den drei Reichskronen logierte, wird gewiß

diese Tage nicht unter die verlorenen seines

Lebens rechnen.

 

Es vereinigte sich damals alles, um das Gasthofleben, sonst nicht gerade das ange-

nehmste, das man führen kann, angenehm

zu machen. Feine Weine, gute Tafel, schöne

Zimmer, hätte man auch sonst wohl dort ge-

funden, seltener, gewiß sehr selten so aus-

gesuchte Gesellschaft.

 

Ich erinnere mich nicht, jemals in meinem

Leben, weder vor- noch nachher, einen mei-

ner damaligen Tisch- und Hausgenossen ge-

sehen zu haben, und dennoch schlang sich

in jenen glücklichen Tagen ein so zartes en-

ges Band der Geselligkeit um uns, wie ich

es unter Fremden, deren keiner den andern

kannte, oder seine näheren Verhältnisse zu

wissen wünschte, nie für möglich

gehalten hätte...“

 
16. Oktober 2019 – 22. März 2020

 

HISTORISCHES MUSEUM IN BASEL

 

Übermensch? 

Friedrich Nietzsche

und die Folgen

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Anlässlich Friedrich Nietzsches 175. Geburtstags und zum 150. Jubiläum seiner Berufung an die Basler Universität bietet die Ausstellung einen eindrucksvollen Einblick in das wechselvolle

Dasein und die epoche­machenden Gedan-

ken des einflussreichsten und radikalsten Philosophen der Moderne.

 

Wer war Friedrich Nietzsche?

 

Ein kriegsverherrlichender Nazi-Vor-

denker, ein Frauenfeind, ein Wahnsinniger?

 

Oder nicht viel mehr ein Anti-Antisemit, ein

bekennender Europäer und ein Verfechter des Individualismus und der Selbstverwirklichung,

von dem wir für die Herausforderungen der Gegenwart einiges lernen können?

 

Anlässlich Nietzsches 175. Geburtstags und

des 150. Jubiläums seiner Berufung an die Bas-

ler Universität geht das Historische Museum

Basel diesen drängenden Fragen

auf den Grund. 

 

Denn zweifellos ist der Einfluss Nietzsches auf

die ihm folgenden Generationen bis heute unge-

brochen und kann nicht hoch genug einge-

schätzt werden. 

 

Die Entwicklung westlicher Gesellschaften im 20.

und 21. Jahrhundert ganz allgemein, aber auch alle

Bereiche der Geistes- und Sozialwissenschaften

sind von diesem Freigeist beeinflusst worden und

seine Ideen reichen bis in unseren Alltag hinein.

 

Die Sonderausstellung in der Barfüsserkirche

glie-dert sich in drei Bereiche und nähert sich

dem Jahrhundertphänomen Nietzsche zunächst

über seinen Lebenslauf, in dem die Basler Zeit

einen wichtigen Platz einnimmt. Anschliessend

wird eine Einführung in einige seiner einflussrei-

chen Werke geboten und die wichtigsten darin

enthaltenen Konzepte und Ideen werden vorge-

stellt und anschaulich erklärt.

 

Dazu gehören der «Wille zur Macht», die «Ewige

Wiederkunft des Gleichen» und der titelgebende «Übermensch». Schliesslich eröffnet sich im drit-

ten Teil ein weites Panorama der umfassenden

Folgen seines Schaffens – von der wissenschaft-

lichen und künstlerischen Bearbeitung bis hin

zur Populär- und Alltagskultur.

 

Die Ausstellung verschafft den Besuchenden einen kompakten und kenntnisreichen Überblick über das

Leben, das Werk und Wirkung Friedrich Nietzsches

und liefert das nötige Rüstzeug, um sich im Nietz-

scheJahr selbst an die eigene Lektüre zu wagen.

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher und

grosszügig bebilderter Katalog im Christoph Me-

rian Verlag. Die Publikation bietet eine abwechs-

lungsreiche Folge prägnanter Essays von nam-

haften Experten aus aller Welt zu unterschied.

lichsten Aspekten der wissenschaftlichen Be-

schäftigung mit Friedrich Nietzsche.

 

Hallo Interessierte!

 

Mehr als zweieinhalb Jahre

 

forschte ich  in Archiven und

 

Bibliotheken für ein schwie-

 

riges Buchprojekt.

 

 

Die Textarbeit ist ein

 

kompliziertes Puzzle aus

 

Dokumenten, Erinnerungen

 

und Interviews nach 53 Jahren

 

Theater - Film - und Medienarbeit.

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Vom Fortgang  werden

 

Sie hier mehr erfahren.

 

Peter Krüger

 

Biografisches

 

THEATERARBEIT AUS DER

 

ERINNERUNG

 

 

BERLIN

 

Invalidenfriedhof 1990

 

im Bereich der Mauer

 

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Zum zweiten Male, nach 1979

 

auf der Wilhelmsburg im

 

thüringischen Schmalkalden,

 

mit einer Verbots - Aktion

 

der Staatssicherheit,

 

näherten wir uns im Sommer

 

1990  auf dem geschundenen

 

Berliner  Invalidenfriedhof

 

in der Scharnhorststrasse

 

den Hyperion - Texten

 

von Friedrich Hölderlin.

 

Über die Gräberfelder

 

war das barbarische

 

DDR - Grenzregime

 

gebaut worden.

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"Barbaren von Alters her, durch Fleiss

und Wissenschaft und selbst durch

Religion barbarischer geworden,

…das  waren meine Tröster."

 

"Es ist ein hartes Wort und dennoch sag’

ichs, weil es Wahrheit ist: ich kann kein

Volk mir denken, das zerrissner wäre, wie

die Deutschen. Handwerker siehst du,

aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergossne Lebensblut im Sande zerrinnt?…"

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"...Es ist auf Erden alles unvollkommen,

ist das alte Lied der Deutschen. Wenn

doch einmal diesen Gottverlaßnen einer

sagte, daß bei ihnen nur so unvollkom -

men alles ist, weil sie nichts Reines unverdorben, nichts Heiliges unbetastet

lassen mit den plumpen Händen, daß bei

ihnen nichts gedeiht, weil sie die Wurzel

des Gedeihns, die göttliche Natur nicht

achten, daß bei ihnen eigentlich das

Leben schal und sorgenschwer und

übervoll von kalter stummer Zwietracht

ist, weil sie den Genius verschmähn, der

Kraft und Adel in ein menschlich Tun,

und Heiterkeit ins Leiden und Lieb und Brüderschaft den Städten und den

Häusern bringt..."

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"Und darum fürchten sie auch den Tod so

sehr, und leiden, um des Austernlebens

willen, alle Schmach, weil Höheres sie

nicht kennen, als ihr Machwerk, das

sie sich gestoppelt..."

 

Friedrich Hölderlin

 

HYPERION

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Hier erfahren Sie mehr über

eine Veranstaltung am: 

 

Monatg, 18. November 2019

 

mit unserem Film

 

HYPERION - FRAGMENTE

 

und einer Lesung  aus

 

Efim Etkinfs Buch

 

UNBLUTIGE HINRICHTUNG

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HAUS DER DEMOKRATIO

 

Greifswalder Straße 04 - 10405 Berlin

 

Cornelia Heyse - DIOTIMA

Mathis Schrader - HYPERION
Axel Poike  - HYPERION II

Peter Krüger - REGIE

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Wir spielten im August 1990

acht Vorstellungen auf dem

Invalidenfriedhof und

drehten einen Film:

 

HYPERION - FRAGMENTE

 

 

Friedrich Hölderlin

 

"Das, das gibt dem Menschen

seine ganze Jugend,

dass er Fesseln zerreißt."

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An M.B.

 

O lächle fröhlich unschuldsvolle Freuden,
Ja, muntrer Knabe, freue dich,
Und unbekümmert, gleich dem Lamm auf Frühlingsheiden,
Entwickeln deine Keime sich.

 

Nicht Sorgen und kein Heer von Leidenschaften
Strömt über deine Seele hin;
Du sahst noch nicht, wie tolle Toren neidisch gafften,
Wann sie die Tugend sehen blühn.

 

Dich sucht noch nicht des kühnen Lästrers Zunge:
Erst lobt sie, doch ihr Schlangengift
Verwandelt bald das Lob, das sie so glänzend sunge,
In Tadel, welcher tödlich trifft.

 

Du glaubst mir nicht, daß diese schöne Erde
So viele Unzufriedne trägt,
Daß nicht der Welt, der dich der Schöpfer gab, Beschwerde,
Nur eigner Kummer Seufzen regt.

 

So folge ihr, du edle gute Seele,
Wohin dich nur die Tugend treibt,
Sprich: Welt! kein leerer Schatten ists, das ich mir wähle,
Nur Weisheit, die mir ewig bleibt.

 

An die Liebe

 

Froh der süßen Augenweide
Wallen wir auf grüner Flur;
Unser Priestertum ist Freude,
Unser Tempel die Natur; –
Heute soll kein Auge trübe,
Sorge nicht hienieden sein!
Jedes Wesen soll der Liebe,
Frei und froh, wie wir, sich freun!

 

Höhnt im Stolze, Schwestern, Brüder!
Höhnt der scheuen Knechte Tand!
Jubelt kühn das Lied der Lieder,
Festgeschlungen Hand in Hand!
Steigt hinauf am Rebenhügel,
Blickt hinab ins weite Tal!
Überall der Liebe Flügel,
Hold und herrlich überall!

 

Liebe bringt zu jungen Rosen
Morgentau von hoher Luft,
Lehrt die warmen Lüfte kosen
In der Maienblume Duft;
Um die Orione leitet
Sie die treuen Erden her,
Folgsam ihrem Winke, gleitet
Jeder Strom ins weite Meer;

 

An die wilden Berge reihet
Sie die sanften Täler an,
Die entbrannte Sonn erfreuet
Sie im stillen Ozean;
Siehe! mit der Erde gattet
Sich des Himmels heilge Lust,
Von den Wettern überschattet
Bebt entzückt der Mutter Brust.

 

Liebe wallt durch Ozeane,
Höhnt der dürren Wüste Sand,
Blutet an der Siegesfahne
Jauchzend für das Vaterland;
Liebe trümmert Felsen nieder,
Zaubert Paradiese hin –
Lächelnd kehrt die Unschuld wieder,
Göttlichere Lenze blühn.

 

Mächtig durch die Liebe, winden
Von der Fessel wir uns los
Und die trunknen Geister schwinden
Zu den Sternen, frei und groß!
Unter Schwur und Kuß vergessen
Wir die träge Flut der Zeit,
Und die Seele naht vermessen
Deiner Lust, Unendlichkeit!

 

Die Nacht

 

Seid gegrüßt, ihr zufluchtsvolle Schatten,
Ihr Fluren, die ihr einsam um mich ruht;
Du stiller Mond, du hörst, nicht wie Verleumder lauren,
Mein Herz, entzückt von deinem Perlenglanz.

 

Aus der Welt, wo tolle Toren spotten,
Um leere Schattenbilder sich bemühn,
Flieht der zu euch, der nicht das schimmernde Getümmel
Der eitlen Welt, nein! nur die Tugend liebt.


Nur bei dir empfindt auch hier die Seele,
Wie göttlich sie dereinst wird sein,
Die Freude, deren falschem Schein so viel Altäre,
So viele Opfer hier gewidmet sind.

 

Weit hinauf, weit über euch, ihr Sterne,
Geht sie entzückt mit heilgem Seraphsflug;
Sieht über euch herab mit göttlich heilgem Blicke,
Auf ihre Erd, da wo sie schlummernd ruht....

 

Goldner Schlaf, nur dessen Herz zufrieden
Wohltätger Tugend wahre Freude kennt,
Nur der fühlt dich. – Hier stellst du dürftig schwache Arme,
Die seine Hülfe suchen, vor ihn hin.

 

Schnell fühlt er des armen Bruders Leiden;
Der arme weint, er weinet auch mit ihm;
Schon Trost genug! Doch spricht er, gab Gott seine Gaben
Nur mir? nein, auch für andre lebe ich. –

 

Nicht von Stolz, noch Eitelkeit getrieben,
Kleidt er den Nackten dann, und sättigt den,
Dem blasse Hungersnot sein schwach Gerippe zählet;
Und himmlisch wird sein fühlend Herz entzückt.

 

So ruht er, allein des Lasters Sklaven
Quält des Gewissens bange Donnerstimm,
Und Todesangst wälzt sie auf ihren weichen Lagern,
Wo Wollust selber sich die Rute hält.

Friedrich Hölderlin

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"Zu lang schon treten die Sterblichen

sich gern auf's Haupt und zanken

um Herrschaft sich, den Nachbarn

fürchtend, und es holt auf eigenem

Boden der Mann nicht Segen."

 

Friedrich Hölderlin

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Friedrich Hölderlin, einst der Liebling national bewegter -- und dann links "progressiver" --

Jugend, ist am Exilder Klassiker-Regale angekommen.

 

So wird der Blick frei auf die

Schönheit seiner Sprache.

 

Eine Hölderlin-Zeit ist unser frühes einundzwanzigstes Jahrhundert gewiss

nicht. Das mit hoher affektiver Intensität ge-

ladene Pathos der Oden und Hymnen von

Friedrich Hölderlin kann leicht Re-aktionen von Peinlichkeit in einer Gegen-wart auslösen, deren eigene Lyrik gerneauf Gesten der Ironie und des grotesken Zitats, der Untertreibung und des Mini-malismus setzt. Seine idealistischen Träume von nationaler Einheit und bürgerlicher Freiheit haben lange schon Verwirk-lichungen in einem politischen Alltag ge-funden, den wir keinesfalls mehr als erfüll-te Utopie erleben, sondern eher als eine selbstzu-friedene und bestenfalls ganz nor-male Welt. Höl-derlins enthusiastischen Glauben an den Fort-

schritt als zuverlässige und zugleich eupho-risierende Energie der Geschichte schließlich

haben die ver-gangenen Jahrzehnte ersetzt

mit der Pragmatik eines zur beständigen Lebensbedingung gewordenen

Krisen-Managements.

 

Hans-Ulrich Gumprecht

Frankfurter Allgemeine Zeitung

25. Oktober 2014

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Hans Ulrich Gumbrecht , der Literaturwissenschaftler, der an der Univer-

sität Stanford Komparatistik lehrt, sprach an

der Hochschule der Künsteüber „Hölderlin

nach dem Zeitalter der Ide-ologien“ und be-

tonte dabei „die heraus-fordernde Fremdheit seiner Sprache“. Also beschloß der Journalist Reto Klar, der im Lehrer-Staatsexamen eine Arbeit über Hölderlin schrieb und nach dem Studiumeine Fahrradtour auf den Spuren

des Dich-ters unternahm, den Professor

nur zu Hölderlin zu befragen.“

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„…Die Welt : Als ich studierte, war Hölderlin ein tragischer Revolutionär. Ein Jakobiner, der vor den reaktionären Verhältnissen inden Wahn flüchtete. Mit diesem Hölderlin können oder wollen Sie nichts anfangen.

 

Hans Ulrich Gumbrecht: Natürlich war Höl-

derlin, wie Hegel und auch Kant, beein-

druckt von der Französischen Revolution.

Das war für sie die Zukunft. Und als Hölder-

lin Hauslehrer in Frankfurt war und seine Liebesaffäre mit Susette Gontard hatte, da

gab es nebenan die Mainzer Republik. Höl-

derlin hatte Kontakt zu deutschen Jako-

binern, sein bester Freund Sinclair stand

als Radikaler unter polizeilicher Beobach-

tung. Aber ich halte es für einen Irrtum, die hölderlinsche Lyrik allein oder vor allem

durch diese politische Haltung er-schließen

zu wollen. Denn diese Lyrik geht aus einer

Reihe von zentralen Spannungen hervor,

die Hölderlin in einem geradezu kosmischen Diskurs miteinander zu vermitteln versucht.

Das gelingt ihm nicht. Aber gerade dieses Scheitern ist Bedingung seiner Größe.

Hölderlins Gedichtesind eben nicht nur

politisch, sonst wärensie so langweilig

wie die jakobinischen Gesangsbücher,

die es ja tatsächlich gibt.

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…Ich will also nicht sagen, dass ein Revolutionär kein großer Lyriker sein kann. Aber die Spannungen, in denen Hölderlin stand, berührten ihn in seiner individuellen Existenz und zerstörten ihn am Ende. Selbst wenn Hölderlin ein Jakobiner war: Ihn als Jakobiner lesen reduziert die Lyrik auf eine Dimension. Sie ist komplexer.

 

Die Welt: Man kann das Revolutionäre

aber auch nicht ausblenden. Im „Ersten Systemprogramm des deutschen Idealis-mus“ heißt es: „Jeder Staat muss freie Menschen als mechanisches Räderwerk behandeln; und das soll er nicht: also soll

er aufhören.“ Das ist ja mehr als jakobi-

nisch. Das ist …

 

Gumbrecht: Das ist tendenziell anarchis-tisch. Das ist auch tendenziell „libertarian“

im Sinne von Silicon Valley

 

Die Welt: Sie nehmen mir meine Schlusspointe vorweg.

 

Gumbrecht: Ich wohne ja da. Stanford,

meine Universität, geht geografisch und mental bruchlos in die elektronische Szene von Palo Alto über. Die Parallele zur wahr gewordenen kalifornischen Utopie hat mich bei der Lektüre des „Systemprogramms“ überrascht, ja schockiert. Aber so hat Höl-derlin wohl gedacht: Alle institutionellen Formen sollen nur Vorläufer eines utopisch Besseren, einer vollkommeneren

Form von Freiheit sein…“

 

Reto Klar

Im Interview mit

Hans Ulrich Gumbrecht

DIE WELT - ONLINE

welt.de

Zarema Gandaloeva und Selim Zurzov

singen ihre eigene Komposition von

Brechts Gedicht "Die Liebenden".

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ZEITSPRUNG 2012

 

Deutsche Tage

 

in Inguschetien

 

Tage mit Bertolt Brecht

 

10. bis 17.  September 2012

 

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"Wer die Wahrheit nicht weiß,

der ist bloß ein Dummkopf.

Aber wer sie weiß und sie

eine Lüge nennt, der ist

ein Verbrecher."

 

Bertolt Brecht

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Die Ausstellungseröffnung war in

 

Karabulak mit dem Brechtabend

 

AN DIE NACHGEBORENEN

 

unter meiner Leitung

 

gespielt von Akteuren des

 

Dramatischen Theaters

 

in Inguschetien.

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Bertolt Brecht

 

BALLADE VON DER

UNZULÄNGLICHKEIT

MENSCHLICHEN PLANENS

 

Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.

 

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlecht genug.
Doch sein höhres Streben
Ist ein schöner Zug.

 

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

 

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihn auf den Hut.
Hast du ihm auf dem Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!

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Bertolt Brecht

 

Lob des Lernens" (1932)

 

Lerne das Einfachste! Für die

Deren Zeit gekommen ist

Ist es nie zu spät!

 

Lerne das Abc, es genügt nicht, aber

Lerne es! Laß es dich nicht verdrießen!

Fang an! Du mußt alles wissen!

Du mußt die Führung übernehmen .

 

Lerne, Mann im Asyl!

Lerne, Mann im Gefängnis!

Lerne, Frau in der Küche!

Lerne, Sechzigjährige!

 

Du mußt die Führung übernehmen.

Suche die Schule auf, Obdachloser !

Verschaffe dir Wissen, Frierender!

 

Hungriger, greif nach dem Buch: es ist eine Waffe.

Du mußt die Führung übernehmen.

Scheue dich nicht zu fragen, Genosse !

Laß dir nichts einreden

 

Sieh selber nach!

Was du nicht selber weißt

Weißt du nicht.

Prüfe die Rechnung

 

Du mußt sie bezahlen.

Lege den Finger auf jeden Posten

Frage: Wie kommt er hierher?

Du mußt die Führung übernehmen.

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Über die Bezeichnung

 

Emigranten (1937)

 

Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab:
 

Emigranten.


Das heißt doch Auswandrer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss
Wählend ein andres Land. Wanderten wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns da
aufnahm

 

Unruhig sitzen wir so, möglichst nahe den Grenzen
Wartend des Tags der Rückkehr, jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend und nichts aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Sunde täuscht uns nicht! Wir hören die
Schreie

 

Aus ihren Lagern bis hierher. Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten, die da entkamen
Über die Grenzen. Jeder von uns
Der mit zerrissenen Schuhn durch die Menge geht
Zeugt von der Schande, die jetzt unser Land befleckt.
Aber keiner von uns
Wird hier bleiben. Das letzte Wort
Ist noch nicht gesprochen.

 

Bertolt Brecht

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ZEITSPRUNG  2018

 

19. September 2018

 

Bibliothek der Universität in Magas,

Hauptstadt der Republik Inguschetien.

Eröffnung der Ausstellung

 

Bertolt Brecht

 

An die Nachgeborenen

 

Poster, Programmhefte, Bücher, Fotos

über die Arbeit des Berliner Ensembles

1949 – 1990.

 

Die Schau basiert auf Karl-Heinz Dreschers Tätigkeit.Er war 37 Jahre Grafiker und

Chef der Werbung für das

Berliner Ensemble.

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AN DIE NACHGEBORENEN

 

I

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

 

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

 

Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich

sattzuessen./ Zufällig bin ich verschont.

(Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)

 

Man sagt mir: iss und trink du! Sei froh, dass du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?

Und doch esse und trinke ich.

 

Ich wäre gerne auch weise.

 

In den alten Büchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen.
Auch ohne Gewalt auskommen,
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen,
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

 

II
In die Städte kam ich zur Zeit der Unordnung
Als da Hunger herrschte.
Unter die Menschen kam ich zur Zeit des Aufruhrs
Und ich empörte mich mit ihnen.
So verging meine Zeit,
Die auf Erden mir gegeben war.

 

Mein Essen aß ich zwischen den Schlachten.
Schlafen legte ich mich unter die Mörder.
Der Liebe pflegte ich achtlos
Und die Natur sah ich ohne Geduld.
So verging meine Zeit,
Die auf Erden mir gegeben war.

 

Die Straßen führten in den Sumpf zu meiner Zeit.
Die Sprache verriet mich dem Schlächter.
Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
Saßen ohne mich sicherer, das hoffte ich.
So verging meine Zeit,
Die auf Erden mir gegeben war.

 

Die Kräfte waren gering. Das Ziel
Lag in großer Ferne
Es war deutlich sichtbar, wenn auch für mich
Kaum zu erreichen.
So verging meine Zeit,
Die auf Erden mir gegeben war.

 

III
Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
In der wir untergegangen sind
Gedenkt
Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
Auch der finsteren Zeit
Der ihr entronnen seid.

 

Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.
Dabei wissen wir doch:
Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.

 

Ihr aber, wenn es so weit sein wird
Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unserer
Mit Nachsicht.

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Auf den zwei Fotos unten im Foyer

 

der Universität von Magas.

 

Eröffnungstag der Ausstellung.

 

Poster, Programmhefte,

 

Bücher, Fotos u.v.a.

 

über die Biografie des

 

deutschen Dichters

 

BERTOLT BRECHT.

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Lolita Gagieva

 

fotografierte die Ausstellung.

 

Über Lolita erfahren Sie mehr

auf der Seite Kaukasusarchiv Eins

links oben.

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Während der Ausstellungs -

 

Eröffnung meldete ich mich

 

über SKYPE aus Bertolt Brechts

 

letzter Wohnung in der Berliner

 

Chausseestraße 125.

 

Ich zeigte den Besuchern

 

in Magas die Wohnräume,

 

das Haus von aussen und

 

auf dem benachbarten

 

Friedhof die Gräber der

 

Brecht-Familie, von seinen

 

Geliebten und Mitarbeitern.

 

Madina Chadzieva übersetzte

 

unsere Brecht - Exkursion.

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Auf den zwei Foto sehen Sie

 

Lolita Gagieva,

 

sowie Besucher während

 

der Ausstellungs-Eröffnung.

 

Aischylos / Goethe

 

Prometheus

 

im Kaukasus

 

2014 in Nazran / Inguschetien

 

 

Prometheus im Kaukasus

 

 

Murat Sampiev in der Titelrolle

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Prometheus erster Monolog

 

im Vorspiel:

 

Prometheus

 

von Johann Wolfgang von Goethe

 

(Späte Fassung)

 

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst,
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Gluth
Du mich beneidest.

 

Ich kenne nichts Aermeres
Unter der Sonn', als euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät,
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Thoren.

 

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte wo aus noch ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär'
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz, wie mein's,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

 

Wer half mir
Wider der Titanen Uebermuth?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverey?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?

 

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Thränen gestillet
Je des Geängsteten?


Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,


Weil nicht alle
Blüthenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sey,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

 

Textfassung und Regie: Peter Krüger

 

Mein Buch hat unter

 

vielem anderen auch

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die Theater - und Filmarbeiten

 

in Inguschetien und

 

Tschetschenien zum Inhalt.

 

 

2012 - Im Gespräch

 

mit dem inguschetischen

 

Präsidenten Junus-Bek Evkurov

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30. Juni 2019

 

Inguschetien ist nach Protesten

 

innerlich zerrissen

 

Proteste gegen einen Landtausch mit dem benachbarten Tschetschenien haben den langjährigen Chef der russischen Teilrepu-

blik Inguschetien im Nordkaukasus zermürbt.

Nun hat ihn Präsident Putin durch einen

vorläufigen Nachfolger ersetzt.

 

Es wirkte wie ein Déjà-vu, aber für Junus-Bek Jewku-

row, bis vor kurzem Oberhaupt Inguschetiens, muss es

bitter gewesen sein: Nachdem er überraschend seinen Rückzug von der Spitze der russischen Teilrepublik im Nordkaukasus verkündet hatte, soll es in der grössten

Stadt des Gebiets, Nasran, zu spontanen Feiern gekom-

men sein. Genau so begeistert war im Herbst 2008 die Absetzung seines in der Bevölkerung verhassten Vor-

gängers Murat Sjasikow aufgenommen worden. Mit

dem Fallschirmspringer- und Militärgeheimdienst-Offi-

zier Jewkurow dagegen hatten sich grosse Hoffnun-

gen verbunden. Am Ende aber verliess ihn das Glück.

 

Kampf gegen Extremismus

 

Als Jewkurow dem Geheimdienstmann Sjasikow

nachfolgte, drohte Inguschetien, Russlands kleinste

und erst 1992 von Tschetschenien abgespaltene Re-

gion, in den Krieg abzugleiten. Anschläge islamis-

tischer Untergrundkämpfer wechselten sich ab mit skrupellosen Einsätzen der Sicherheitsorgane. Grenz-konflikte mit Tschetschenien und Nordossetien sorg-

ten für zusätzliche Unsicherheit. Schwerbewaffnete

Truppen bewachten Strassensperren und wichtige

Gebäude in Nasran und der Verwaltungshaupt-

stadt Magas.

 

Der politikferne, bescheiden auftretende Jewkurow

sollte Druck aus dem Kessel nehmen und das Ver-

trauen der Bevölkerung zurückgewinnen. Dass er

seine militärische Karriere ausserhalb der Heimat-

region gemacht hatte und als «Held Russlands»

ausgezeichnet worden war, war sein Vorteil: Ob-

wohl Ingusche, stand er ausserhalb des korrupten

Clan-Netzwerks.

 

Damals versuchte der Kreml einen neuen Zugang,

um den islamistischen Extremismus und Terroris-

mus im Nordkaukasus nicht nur rein militärisch zu

stoppen. Sozioökonomische Probleme wurden erns-

ter genommen. Der Infrastruktur, Arbeitsplätzen und

sozialen Einrichtungen sollte grössere Aufmerk-

samkeit zukommen…"

 

Markus Ackeret, Moskau

NEU ZÜRCHER ZEITUNG

29.6.2019

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Donnerstag, 25. Juli 2019

 

Von Theaterfreunden aus Nazran erfuhr

ich gestern, dass Junus Bek-Jewkurow

zum stellvertretenden Verteidigungsminister

Russlands ernannt wurde.

 

Der neue Präsident

Machmud-Ali Kalimatow

ist ein ehemaliger

Staatsanwalt.

Das Nationale Tanzensemble Inguschetiens

 

PROMETHEUS IM KAUKASUS

 

In der Choreografie

 

RUSLAN GADABORCHEVS,

 

war das Nationale Tanzensemble 

 

Inguschetiens unser

 

Arbeitspartner für die

 

schwierigen Tänze nach

 

der Musik von Carl Orff.

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Im neu renovierten

 

Kulturhaus von Nazran

 

war am 27. März 2014,

 

dem Welttag des Theaters,

 

unsere Premiere.

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Mehr erfahren Sie auf den Seiten:

 

KAUKASUSARCHIVE 1 bis 3

 

links oben

 

Meine

 

Theaterfahrten

 

2004 - 2017

 

unter anderem

 

nach Nazran, Grozny,

 

Malgobek, Wladikawkas

 

Belarus und Moskau.

 

 

UNTERWEGS

 

mit Peter Krüger

 

(Fotoreihe von oben)

 

2004 April/Mai in Nazran/Inguschetien

 

Proben und Premiere  meiner Inszenierung

 

von Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder"

 

im   National -Theater "I.Basorkin".

 

Es spielten tschetschenische und

 

inguschetische Akteure.

 

 

2014 - Grozny / Tschetschenien

 

Mit LOLITA GAGIEVA

 

vor dem  wiederaufgebauten

 

Dramatischen Theater.

 

 

2014 - Mit Madina Chadzieva vor

 

dem Bulgakow-Haus

 

im nordossetischen Wladikawkas.

 

 

2015 - In Malgobek in Inguschetien.

Bis hierher war die deutsche Wehrmacht

1942 für acht Monate vorgedrungen.

 

Es ging um die inguschetischen Erdölvorräte.

 

Den deutschen Besatzern gelang

es nicht, die verminten Erdöl-

quellen zu öffnen.

 

Unser Besuch diente der Vorbe-

reitung meiner Inszenierung von

Bertolt Brechts:

 

"Der aufhaltsame Aufstieg

 

des Arturo Ui"

 

 

2015 - Theaterfestival in Brest / Belarus

 

Vor dem  Monument der Märtyrer 1941

auf der Festung  in Brest.

 

 

2016 - Fomenko -Theater in Moskau

 

Hier und im Zentralen Moskauer

 

Schauspielerclub hielt ich im Januar 2016

 

zwei jeweils vierstündige Lektionen

 

über die Theaterarbeit Brechts.

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Auf dem Foto eins Szene aus Bertolt Brechts

 

MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER

 

Polina Kotipova - Mutter Courage,

Wladimir Orlovskij - Schweizerkas,

Wladimir Topzov - Feldprediger

 

 

2017 - BART - THEATERSTUDIO

 

Probenarbeit für Michail Bulgakows

 

HUNDEHERZ

 

in Nazran / Inguschetien.

 

Mit Akteuren des inguschetischen

 

Dramatischen Theaters

 

Wir erarbeiteten eine TV-Fassung

 

Auf dem Foto von links:

 

Wacha Chadziev,

Rimma Kurskieva,

Zareta Gandaloeva,

Zulfija Kukurchoeva,

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DAHEIM

 

2017 - November: Jacqueline Jacob

 

und ich lasen in Berlin-Moabit

 

aus meiner Theaterfassung

 

nach Michail Bulgakows Roman

 

DER MEISTER UND MARGARITA

 

 

2018 - 23. Februar erneut in Moabit mit

 

DER MEISTER UND MARGARITA

 

(Vorletztes Foto)

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2018 - 9. April  BUCHBASAR EINS

 

in Berlin - Moabit.

 

AUS DER WELT BERTOLT BRECHTS

 

Mutter Courage und ihre Kinder

 

Lesung und Film

 

Jacqueline Jacob und ich waren

 

wieder unterwegs.

 

(Letztes Foto)

 

07. September 2019

 

Oleg Senzow ist frei.

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Oleg Senzow im Interview

 

"Kampf zweier Weltanschauungen"

 

Deutsche Welle

 

09.Oktober 2019

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Über fünf Jahre saß der Filmemacher Oleg Senzow

in russischer Haft. Jetzt ist er wieder frei und hat

mit der DW über seine Haft, über Folter und über

seinen Traum, Putin vor Gericht zu sehen

gesprochen.

 

Die russischen Behörden haben den ukrainischen Filmregisseur Oleg Senzow fünfeinhalb Jahre nach

seiner Festnahme auf der Krim Anfang September freigelassen. Seine Freilassung fand im Rahmen

eines langerwarteten Gefangenenaustauschs statt.

 

Die DW hat den ukrainischen Filmemacher, der

wegen Terrorvorwürfen verurteilt worden war,

kürzlich in Berlin getroffen.

 

DW: Erzählen Sie uns, was in der Zeit vor Ihrer

Festnahme auf der Krim im Jahr 2014 passiert ist.

 

Oleg Senzow: Ich war gegen Russland, gegen die

Annexion der Krim. Und ich habe einiges getan,

was manchen Leuten nicht gefallen haben mag.

 

[Auf der Krim - Anm. d. Red.] Es gab eine Gruppe

von Brandstiftern, die ein Parteibüro [der Kreml-na-

hen Partei "Einiges Russland"] in Brand gesteckt

haben. Einer der Brandstifter - ein Mann namens

Chirniy - dachte sich, dass das nicht genug sei.

 

Er wollte etwas Größeres anzetteln.

 

Er war der Meinung, die Gruppe bräuchte eine

Bombe, um etwas in die Luft zu jagen. Aber man

muss auch sagen, er war geistig nicht ganz auf

der Höhe. Einer seiner Bekannten hat ihn beim

FSB gemeldet, als er von dem Plan

erfahren hat….

 

Das gesamte DW - Interview mit

Oleg Senzow können Sie auf dem

Button weiter unten lesen.

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08. Oktober 2019

 

ukrinform.de

 

Oleg Senzow sagt vor

 

UN-Beobachtermission aus

 

Der ehemalige Häftling des Kremls Oleh Senzow hat

vor der Beobachtermission der UNO für Menschen-

rechte in der Ukraine ausgesagt.

 

Wie die Mission auf Facebook mitteilte, habe

Senzow über seine Inhaftierung auf der Krim

und in Russland erzählt. Für die Mission sei

ein persönliches Treffen mit dem Filmregis-

seur sehr wichtig gewesen, um Menschen-

rechtsverletzungen in seinem Fall zu

dokumentieren.

 

Die Information von Senzow werde für eine

Analyse der Situation mit Menschenrechten

auf der Krim, für öffentliche Berichte benutzt

und um Verantwortliche zur Rechen-

schaft zu ziehen.

 

Die UN-Beobachtermission will mit allen Häft-

lingen, die am 7. September freigelassen

wurden, sprechen.

 

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03. Oktober 2019

 

ukrinform.de

 

Oleg Senzow kritisiert Europarat

 

für die Rückkehr Russlands

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„Der ehemalige Häftling des Kremls Oleh Senzow hat

die Parlamentarische Versammlung des Europarates

für die Rückkehr der russischen Delegation in

das Gremium kritisiert.

 

Der Filmregisseur nahm an einer Diskussion in der Parlamentarischen Versammlung über Herausfor-

derungen von der Seite der autoritären Regime für internationale Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte, berichtet der eigene

Korrespondent von Ukrinform

in Straßburg.

 

„Die meisten Ukrainer und ich persönlich begrüßen

diesen Schritt (Rückkehr Russlands – Red.) nicht.

 

Die russische Seite hat die Bedingungen dafür, einschließlich Resolutionen und Empfehlungen,

nicht erfüllt. Die Russen halten das für einen Sieg.

 

Sie kehrten zurück, ohne etwas zu tun, und setzen

ihre Arbeit fort, als ob nichts passiert wurde.

 

Ich hoffe, dass es nicht so ist. Wir haben nichts

vergessen. Wir werden sehen, was weiter

passieren wird“, sagte Senzow.

 

Nach Worten von Senzow werden derzeit in

Russland 86 Staatsbürger der Ukraine inhaf-

tiert. Er betonte: „Die Aggression gegen mein

Land dauert weiter.

 

Die Krim und der Donbass bleiben besetzt.

 

Mindestens 86 Staatsbürger der Ukraine, vor

allem Krimtata-ren, werden in Russland gehalten.

 

Mindestens 227 Menschen befinden sich in den Gefängnissen des von Russland kontrollierten

und besetzten Donbas.“

 

Er hoffen auf Engagement des Europarates

für die Freilassung ukrainischer Häftlinge…“

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Montag, 13.Mai 2019 - 19:00 Uhr,

 

Robert-Havemann-Saal

 

im Berliner HAUS DER DEMOKRATIE

 

Leben

 

Erzählungen des

 

in russischer Haft sitzenden

 

ukrainischen Regisseurs Oleg Senzow

Lesung & Film

 

© VERLAG VOLAND & QUIST GmbH /

FILMVERLEIH RISE AND SHINE

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Oleg Senzow erzählt von

seiner Kindheit und Jugend.

 

Die acht autobiografischen Geschichten zeigen,

"wie er zu dem furchtlosen Menschen wurde, der er

heute ist". (Andrej Kurkow). Übersetzt wurden sie von

Irina Bondas, Kati Brunner, Claudia Dathe, Christiane

Körner, Alexander Kratochvil, Lydia Nagel, Olga Radetz-

kaja, Jennie Seitz, Andreas Tretner und Thomas Weiler.

Mit einem Vorwort von Andrej Kurkow.

 

Es lesen: Olga Dobrodzei, Jacqueline Jacob,

Konstantin Levit, Peter Krüger.

 

Danach zeigen wir den Film THE TRIAL von Askold Kurov. Über Oleg Senzows Prozess in Rostow am Don.

 

Textfassung und Leitung: Peter Krüger

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Im Folgenden können Sie das DW - Interview

und von MEMORIAL.DE

den gesamten Prozess über

OLEG SENZOW

nachlesen:

 

MEMORIAL IN NAZRAN

 

Über die Deportation

 

des inguschetischen und

 

tschetschenischen Volkes

 

im Februar 1944

 

unter der Herrschaft  Stalins.

 

Am 23. Februar 2014, 70 Jahre nach der Deportation,

 

stellten wir in Nazran eine Lesung von Dokumenten

 

und Interviews mit inguschetischen Überlebenden

 

vor. Die Textauswahl und Darstellung war von mir.

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Im November 1933 schrieb

 

der russische Dichter

 

Ossip Mandelstam

 

ein Gedicht über Josef Stalin,

 

das diesem nicht gefallen konnte:

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Мы живем, под собою

 

не чуя страны

 

Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr,
Wir reden, dass uns auf zehn Schritt keiner hört,

 

Doch wo wir noch Sprechen vernehmen, –
Betrifft's den Gebirgler im Kreml.

 

Seine Finger sind dick und, wie Würmer, so fett,
Und Zentnergewichte wiegt's Wort, das er fällt,

 

Sein Schnauzbart lacht Fühler von Schaben,
Der Stiefelschaft glänzt so erhaben.

 

Schmalnackige Führerbrut geht bei ihm um,
Mit dienstbaren Halbmenschen spielt er herum,

 

Die pfeifen, miaun oder jammern.
Er allein schlägt den Takt mit dem Hammer.

 

Befehle zertrampeln mit Hufeisenschlag:
In den Leib, in die Stirn, in die Augen, – ins Grab.

 

Wie Himbeeren schmeckt ihm das Töten –
Und breit schwillt die Brust des Osseten.


(Deutsch: Kurt Lhotzky)

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Jewgeni Jewtuschenko

 

STALINS ERBEN

 

(Erschienen 1962 in der PRAWDA)

 

„… Und Stalin/ erteilt wieder irgend jemandem seine Befehle./ wohin führt

die Leitung/ aus jenem Grab noch?/ Nein, Stalin ist nicht gestorben./ Den Tod hält er

für korrigierbar./ Wir haben ihn aus dem Mausoleum entfernt,/ Manche seiner Erben beschneiden nach ihrem Rücktritt Rosen,/ aber insgeheim glauben sie,/ daß der Abschied nur vorübergehend ist./ Manche beschimpfen Stalin sogar von der Tribüne herab,/ aber sie selbst trauern nachts den alten Zeiten nach./ Kein Zufall, daß die Er-

ben Stalins heute Herzinfarkte erleiden./ Ihnen, den Stützen von damals,/ gefallen

die Zeiten nicht,/ in denen die Lager leer sind,/ und statt dessen die Säle, wo man Gedichte hört,/ überfüllt sind./ Meine Hei-

mat hat mir befohlen, mich nicht ruhig-zustellen./ Möge man mir auch sagen,/ „Beruhige Dich!“,/ruhig kann ich nicht

sein./ Solange Stalins Erben/ noch auf

der Erde sind,/ scheint es mir,/ als sei

Stalin noch im Mausoleum geblieben.

 

Jewgeni Jewtuschenko

STICHOTVORENIJA, Moskau 2006.

Deutch von Jörg Baberowski

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Seit 1997 arbeite ich in den kleinen

 

nordkaukasischen Ländern u.v.a.für das

 

Dramatische Theater in Inguschetien

 

Solidarität für den Kollegen

 

KIRILL SEREBRENNIKOW

 

12. September 2019

 

PREMIERE

 

HENKER

 

von Martin McDonagh

 

GOGOL CENTER in Moskau

 

Regie und Fassung:

 

Kirill Serebrennikow

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Die Stücke von Martin McDonagh, schwankend

zwischen ländlich-irischer Trostlosigkeit von

»Leenane« bis »Inishmoor« und böser Komödie

voll absurder Situationen und Dialoge, haben

schon seit den frühen 90ern ein breites

Publikum begeistert.

 

Dann bewies McDonagh mit »Der Kissenmann«

2003 fulminant, dass er als Dramatiker nicht nur

der Chronist irischer Schrulligkeiten ist, zog sich

aber für geraume Zeit vom Theater zurück.

 

Sein Kurzfilm »Six Shooter« wie auch sein erster

Spielfilm »Brügge sehen und sterben« brachten

ihm 2006 und 2008 Oscar-Nominierungen ein.

 

Bei beiden Projekten war er für Regie und Drehbuch verantwortlich. Sein erstes Stück nach über zehn-

jähriger Bühnenabstinenz wurde in England im

vergangenen Jahr daher mit größter Spannung

erwartet: »Hangmen« ist wieder »typisch

McDonagh, denn Humor und Gewalt

liegen nahe beieinander.

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Die böse Hommage an einen selten im Fokus stehenden Berufsstand definiert mit ironisch-leichter Hand den

Begriff der »Swinging 60s« neu: 1965, am Tag der Abschaffung der Todesstrafe mischt sich im Pub

von Harry, dem zweitberühmtesten Henker Eng-

lands, unter die ortsüblichen Trinker nicht nur

ein neugieriger Reporter, der Fragen

nach Pier-repoint, dem Henker

Nummer eins, stellt.

 

Plötzlich taucht - wie in einem klassischen Western-

Setting - auch ein seltsamer Unbekannter in der

Runde auf, der alle in Unruhe versetzt.

 

Als dann noch Harrys Tochter verschwindet, scheint

die Vergangenheit den Henker endgültig einzuholen.


McDonagh kreiert einen ausbalancierten Plot, der

genaue Figurenzeichnung und erzählerische Verve

mit grundlegenden Fragen über Staatsgewalt und

Schuld paart, ohne je ins Banale oder Morali-

sierende zu kippen.

 

In Kirill Serebrennikows Fassung spielt das Stück

in einem Moskauer Aussenbezirk.

 

Die Namen der Spieler wurden „russifiziert“ u.v.a.

 

KIRILL SEREBRENNIKOW

 

Eine Chronologie

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Montag, 16. September 2019

 

Das Moskauer Gericht hat den

 

"Fall Serebrennikow"

 

an die Staatsanwaltschaft

 

zurückverwiesen.

 

Da die Anklage fehlerhaft war.

 

Wie wird die Staatsanwaltschaft 

 

weiter vorgehen?

 

Den "Fall Serebrennikow" schliessen,

 

oder den Kampf gegen den

 

Regisseur fortsetzen?

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Samstag, 7. September 2019

 

deutschlandfunkkultur.de

 

Kulturnachrichten

 

Kyrill Serebrennikov:

 

Premiere und Gerichtsverhandlung

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Sowohl die Fortsetzung des Gerichtsverfahrens

gegen ihn, als auch die Premiere seines neuesten

Stückes hat der russische Regisseur

 

Kyrill Serebrennikov

 

in der kommenden Woche zu erwarten.

 

Die Theaterinszenierung am Moskauer Gogolcenter

ist die erste, die Serebrennikov wieder persönlich

betreuen kann. Anfang April wurde der Theater-

macher aus dem Hausarrest entlassen, den er

wegen des Vorwurfs der finanziellen Unregel-

mäßigkeiten bei Kunstprojekten zu verbü-

ßen hatte. Der Regisseur inszenierte trotz

Hausarrest in Zürich, Stuttgart und Ham-

burg mit Hilfe befreundeter Künstler.

 

Serebrennikov streitet die gegen ihn

erhobenen Vorwürfe ab.

 

Das Urteil steht noch aus.

Am kommenden Mittwoch

geht es vor Gericht in die

nächste Runde.

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17. Juli 2019

 

DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

 

Kirill Serebrennikow

 

auf dem Festival Avignon

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Eine großartige Hommage

 

an einen toten Fotografen

 

Der Theatermacher Kirill Serebrennikow darf Russland

nicht verlassen. So inszeniert er aus der Ferne – auch

sein neues Stück „Outside“ auf dem Festival Avignon.

Seine Bildcollage widmet sich der Kunst eines chine-

sischen Fotografen, der sich das Leben nahm.

 

„Outside“ ist die dritte Arbeit von Kirill Serebrennikow

für das Festival Avignon. Sie beschäftigt sich mit dem chinesischen Fotografen und Poeten Ren Hang. Der

wurde durch erotische Fotografien bekannt – und ge-

riet mit der Staatsmacht aneinander. Mit 29 Jahren

hat sich Ren Hang, der unter Depressionen litt,

das Leben genommen.

 

Serebrennikow erzählt in Avignon aber nicht einfach

das Leben von Ren Hang nach, sagt unser Theaterkri-

tiker Eberhard Spreng: „Es wird versucht, seine Bild-

welten auf der Bühne wieder entstehen zu lassen.“

Dabei werden die Bilder nicht reproduziert, sondern Serebrennikow versucht, seine Theaterform für diese Körperbilder zu schaffen.

 

„Outside“ sei eine sehr komplexe Arbeit, meint

Spreng. Während im Ton oft Gedichte von Ren Hang

zitiert werden, gibt es auf bildlicher Ebene eine Revue von tableaux vivants, die Hangs Bildsprache an-

klingen lassen.

 

„Es ist so, wie es tatsächlich in Ren Hangs Wohnung stattfand: Da gab es Leute, die sich fotografieren las-

sen wollten. Dann hat er gesagt ‚Zieht euch mal aus.‘

Und dann zieht sich tatsächlich einer nach dem ande-

ren auf der Bühne aus. Und die stellen sich dann zu Gruppenbildern. Und dann kommen Blumen

dazu“, sagt Spreng.

 

Zwei Figuren treten dann tatsächlich in die Fußstapfen

von Ren Hang. „Eindeutig eine Identifizierung“ Serebren-nikows mit Hang, meint Eberhard Spreng. In einem Inter-view hat Serebrennikow das Stück dann auch „I am Hang“ genannt. Der Theatermacher hatte sich tatsächlich um

Kontakt zu Hang bemüht. Dieser kam zustande, aber

zwei Tage bevor sich die beiden treffen konnten, hat

sich Hang umgebracht.

 

„Es ist eine wunderschöne, großartige Hommage

an Ren Hang“, urteilt Eberhard Spreng.

 

Eberhard Spreng

im Gespräch mit Susanne Burkhardt

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Mittwoch, 24. April 2019

 

Deutsches Theater will mit

 

Serebrennikow inszenieren

 

Das Deutsche Theater in Berlin will im kommenden Jahr eine Inszenierung des russischen Regisseurs Kirill Serebrennikow zei-

gen. Die Premiere des Stücks „Decamerone“ von Giovanni Boccac-

cio sei für März 2020 geplant, kündigte das Theater an. Die Proben sollen im Januar 2020 im Deutschen Theater beginnen, sofern Kirill Serebren-nikow reisefähig ist. Der 49-Jährige war erst vor Kurzem

aus dem Hausarrest auf freien Fuß gekommen, darf aber seinen Wohnort Moskau nicht unerlaubt verlassen. Die russische Justiz

wirft Serebrennikow und weiteren Angeklagten die Veruntreuung

staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe vor. Der Regisseur

weist das zurück.

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19. April 2019

 

berlinertageszeitung.de

 

Russischer Starregisseur erhält

 

renommierten Theaterpreis

 

Gut eine Woche nach seiner Freilassung aus dem Hausarrest ist der russische Regisseur Kirill Serebrennikow in Moskau mit einem reno-mmierten Theaterpreis ausgezeichnet worden. Bei der Preisverlei-

hung im berühmten Bolschoi-Theater, die vom Fernsehsender

Doschd übertragen wurde, bedankte sich der 49-Jährige am Dien-stagabend für die "Unterstützung" der russischen Kulturszene.

"Ich hoffe, dass Sie mir diesen Preis verliehen haben, weil Ihnen

das Stück wirklich gefallen hat", fügte Serebrennikow hinzu.

 

Der Regisseur hatte seit seiner Festnahme im August 2017 we-

gen Untreuevorwürfen im Hausarrest gesessen. Am Montag ver-

gangener Woche hatte ein Moskauer Gericht zwar entschieden,

den Kreml-Kritiker aus dem Hausarrest freizulassen. Stattdessen

ver-hängte das Gericht aber ein Ausreiseverbot gegen den 49-Jährigen: Der Leiter des Moskauer Theaters Gogol-Zentrum

darf die russische Hauptstadt vorerst nicht verlassen…

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11. April 2019

 

deutschlandfunk.de

 

Berlin – Kirill Serebrennikow soll

 

an der Komischen Oper inszenieren

 

Die Komische Oper will den russischen Regisseur

Kirill Serebrennikow nach Berlin holen.

 

Der 49-Jährige war am Montag nach rund eineinhalb Jahren unter Auflagen aus dem Hausarrest entlassen worden. Er darf Moskau

nicht ohne Erlaubnis verlassen. Der Intendant der Komischen Oper, Barrie Kosky, kündigte an, Serebrennikow solle in der nächsten Spielzeit Igor Strawinskys Oper „The Rake's Progress“ inszenieren.

Er habe nach seiner Entlassung Kontakt zu Serebrennikow gehabt.

Der Regisseur habe sehr froh geklungen.

 

Kosky äußerte sich zuversichtlich, dass der Russe ausreisen dürfe. Serebrennikov hatte bereits 2016 an der Komischen Oper Rossinis „Barbier von Sevilla“ inszeniert. „Er gehört zur Familie“, sagte Kosky.

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08. April 2019

 

zeit.de

 

Russischer Regisseur aus

 

Hausarrest entlassen

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Zwei Jahre durfte Kirill Serebrennikow seine Wohnung nicht ver-

lassen, ein Internetzugang wurde ihm verwehrt. Nun hat ein

Gericht in Moskau den Hausarrest aufgehoben.

 

Nach fast zwei Jahren ist der russische Regisseur Kirill Serebrenni-

kow überraschend aus dem Hausarrest entlassen worden. Das be-

richten mehrere russische Medien, darunter die Agentur Interfax,

unter Berufung auf ein Gericht in Moskau. Dieses habe zugleich angeordnet, dass der 49-Jährige die Stadt nicht unerlaubt

verlassen dürfe.

 

Der Regisseur gilt als Enfant Terrible der russischen Kulturszene

und als Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Mitte August 2017

wurde er festgenommen und musste sich im vergangenen Jahr in einem umstrittenen Prozess wegen Veruntreuung öffentlicher

Mittel verantworten.

 

Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe verhängte die Justiz Hausarrest gegen Serebrennikow. Damit war es ihm nur mit einer speziellen gerichtlichen Erlaubnis gestattet, seine Wohnung zu verlassen. Austauschen durfte er sich nur mit seinem Verteidiger, Internetzugang wurde ihm verwehrt, er durfte keine Post verschik-

ken. In den Augen vieler Kritikerinnen und Kritiker sind die Anschul-digungen politisch motiviert. Manche werten den Prozess als Ver-

such der Regierung, die ganze kritische Kulturszene in Russland mundtot zu machen. Der Fall Serebrennikow gilt ihnen als Exem-

pel für das autoritäre russische System.

 

8. April 2019,

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, AFP, kg

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Sonntag 10. März 2019, 18.00 - 20.50 Uhr

 

 Staatsoper Hamburg

 

Großes Haus Premiere

 

Giuseppe Verdi

 

NABUCCO

 

Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme:

 

Kirill Serebrennikov
 

Mitarbeit Regie: Evgeny Kulagin
Mitarbeit Bühne: Olga Pavluk
Mitarbeit Kostüme: Tatyana Dolmatovskaya
Video: Ilya Shagalov
Fotografie: Sergey Ponomarev
Licht: Bernd Gallasch
Dramaturgie: Sergio Morabito
Chor: Eberhard Friedrich

 

Jerusalem ist besetzt, der jüdische Tempel zerstört, das hebräische

Volk ins verfeindete Babylon verschleppt. Im babylonischen Exil geht

der Kampf weiter, um Land, Glauben und die Freiheit des jüdischen Vol-kes. Machtgier lässt den Babylonierkönig Nabucco nach gottgleicher Herrschaft streben. Mit Wahnsinn gestraft, lässt ihn die Liebe zur eige-

nen Tochter Erlösung finden: Ein demütiger Ruf nach dem Gott der Hebräer bricht aus Nabucco heraus. Die Gedanken, auf goldenen Flü-

geln, erreichen den Himmel. Auf Erden geht die Suche nach gesell-schaftlicher Zugehörigkeit und religiöser Identität weiter. Eine im-merwährende Suche, die auch Jahrtausende nach dem gescheiterten Turmbau zu Babel, in Zeiten von internationaler Weltsprache und Menschenrechtsabkommen zu Gewalt und Unterdrückung führt.

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11. März 2019

Neue Zürcher Zeitung

 

Kirill Serebrennikow:

 

Wie viel Tagespolitik

verträgt die Oper?

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„Nach Mozarts «Così fan tutte» in Zürich legt der inhaftierte Regisseur Kirill Serebrennikow nun in Hamburg eine radikal gegenwartsbezo-

gene Sicht auf Giuseppe Verdis Freiheitsoper «Nabucco» vor. Das Ergebnis tut weh – und not.

 

Der Hype um ihn ist gross, und der Medienrummel noch grösser. In

den vergangenen anderthalb Jahren ist Kirill Serebrennikow zu einer Galionsfigur der Kunstfreiheit avanciert. Denn seit Sommer 2017 ist

der russische Regisseur in seiner Heimat unter Hausarrest gestellt.

Ihm wird vorgeworfen, Subventionen veruntreut zu haben. Viele Beobachter sehen darin jedoch einen Vorwand, um einen Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin mundtot zu machen. «Free Kirill», lautet deshalb das Motto – jetzt auch in Hamburg.

 

Schon Ende Januar hatte das hiesige Thalia Theater das Projekt

«Who is Happy in Russia?» gezeigt, ein Gastspiel von Serebrennikows Gogol Center in Moskau; jetzt folgte die Neuinszenierung von Giu-seppe Verdis «Nabucco» an der Hamburgischen Staatsoper. Weil Se-rebrennikow nicht persönlich zum Inszenieren an die Elbe kommen konnte und auch in seiner Kommunikation stark eingeschränkt wird, mussten – wie zuletzt bei Mozarts «Così fan tutte» am Opernhaus

Zürich – über Serebrennikows Anwalt Videobotschaften via USB-

Stick ausgetauscht werden. In Hamburg haben der Co-Regisseur Jewgeni Kulagin, der schon die Zürcher «Così» auf die Bühne

brachte, sowie Sergio Morabito, der frühere Chefdramaturg der

Oper Stuttgart, die Arbeit betreut.

 

Natürlich verkauft sich diese Geschichte exzellent. Schnell entsteht

der Eindruck, dass die Theater auf einen PR-trächtigen Zug aufsprin-gen, um von der medialen Aufmerksamkeit der «Causa Serebrenni-

kow» zu profitieren. Tatsächlich waren in Hamburg bereits vor der Premiere alle Vorstellungen ausverkauft, und der Vorverkauf für die Serie im Herbst wurde vorzeitig gestartet. Dieser Erfolg kann Miss-trauen wecken, aber: Wie schon bei der Zürcher «Così»-Produktion wurde Serebrennikow auch von der Hamburger Staatsoper bereits

2016 eingeladen, also lange vor der Verhaftung. Diese erfolgte 2017, inmitten der Endphase zur Inszenierung von Humperdinks «Hänsel

und Gretel» in Stuttgart.

 

Wichtiger ist freilich: Serebrennikow macht kein Agitationstheater:

Er provoziert nicht einfach, um propagandistisch auf seinen Fall aufmerksam zu machen. Dafür nimmt Serebrennikow die Werke

und die Welt viel zu ernst, so auch jetzt in Hamburg. Sein «Nabu-

cco» spielt bei den Vereinten Nationen, konkret im Sitzungssaal

des Sicherheitsrats und einigen angrenzenden Büros. Hier wird

um eine «neue» (also leider altbekannte) Weltordnung gestritten,

wobei sich die Kontrahenten unversöhnlich gegenüberstehen.

Aus Nabucco, dargestellt von Dmitri Platanias, wird ein assy-

rischer Autokrat, der an den syrischen Machthaber Baschar

Hafiz al-Assad erinnert.

 

Mit seiner Losung «Assyria first» und der Partei «Einiges Assyrien»

ist Serebrennikows Nabucco faktisch ein Doppelporträt von Donald Trump und Putin. Sein Gegenpart ist der Zaccaria von Alexander Vino-gradov – ein strikter Gegner von Nationalismus und Befürworter von Multilateralismus. Seine engsten Mitarbeiter sind der Ismaele von Dovlet Nurgeldiyev und die Anna von Na’ama Schulman. Fenena, die Lieblingstochter Nabuccos, gesungen von Géraldine Chauvet, be-

müht sich um einen Ausgleich – ganz anders die Abigaille von Ok-

sana Dyka. Sie trägt die aggressive Politik ihres Vaters Nabucco

mit, um selbst an die Macht zu kommen.

 

In diesem abgründigen Herrschafts- und Weltspiel dreht sich alles

um die Flüchtlingsthematik. Während Zaccaria eine Integration an-strebt, setzt Nabucco auf Abschottung und gewaltvolle Internierung. Passend zum Flüchtlingsthema werden Ausschnitte von Fernseh-nachrichten eingeblendet samt griffigen Schlagzeilen. Zwischen den Akten gibt es überdies Fotografien des russischen Journalisten

Sergey Ponomarev zu sehen, die das kriegszerstörte Syrien und

die Massenflucht nach Europa dokumentieren…“

 

Marco Frei

Neue Zürcher Zeitung

11. März 2019

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DIE ZEIT

 

Montag, 19. November 2018

 

Kirill Serebrennikow:

 

Einen schlagen, alle treffen

 

von Alice Bota

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„…Gerade hatte seine Inszenierung in Zürich Premiere, dabei steht

er unter Hausarrest. Er darf kein Internet benutzen, keine E-Mails schreiben und darf nur mit wenigen ausgewählten Personen spre-

chen, auf keinen Fall aber mit Journalisten. Wie in einem Gefängnis

sitzt Kirill Serebrennikow fest, in einer Wohnung in Moskau 33 Qua-

dratmeter, immerhin, gelegentlich darf er durch die Nachbarschaft spazieren. Über ein Jahr ist es jetzt her, dass sie ihn eingesperrt

haben. Seine Mutter ist während dieser Zeit gestorben. Sein Vater

weint heiser, als russische Journalisten ihn aufsuchen, und hofft, er möge den Tag noch erleben, an dem sein 49-jähriger Sohn freikommt. Dem drohen bis zu zehn Jahre Haft.

 

Vor Kurzem begann der wohl spektakulärste Künstlerprozess, den

es im postsowjetischen Russland je gab. Kirill Serebrennikow und

drei Mitangeklagten wird schwerer, gemeinsam organisierter Betrug vorgeworfen. Zwischen 2011 und 2014 sollen sie etwa 1,8 Millionen

Euro entwendet haben, so lautet die Anklage. Staatliches Geld wan-derte in die privaten Taschen der Künstler, behaupten die Ankläger.

An einem kalten Herbsttag sitzen im vierten Stock des Meschanski-Gerichts, Saal 233, die vier Kulturschaffenden vor der Richterin: Juri Itin, Alexej Malobrodski, Sofia Apfelbaum und Kirill Serebrennikow im Kapuzenpulli. Der Prozess wird sich über viele Monate hinziehen.

 

Die Vorwürfe wirken einigermaßen bemüht: Erst hieß es, eine Inszenierung von Shakespeares Mittsommernachtstraum sei nie-

mals produziert worden. Nachweislich gab es sie; bestens besucht übrigens. Ähnlich unsinnig klingt die Unterstellung, Serebrennikow habe mit dem angeblich unterschlagenen Geld seine Wohnung in

Berlin bezahlt. Dabei kaufte er sie, bevor er die staatliche Förderung erhielt. Die Ermittler suchten weiter – und wer sucht, der findet. Serebrennikows Produktionsfirma bezahlte Dienstleistungen in bar.

An das Bargeld gelangte sie über Scheinfirmen, die Anschaffungen abrechnen, faktisch aber das Geld an das Theater zurückzahlen. Das

ist zwar nicht sauber, an vielen Theatern aber üblich, andernfalls müsste jedem Botengang, jedem Requisitenkauf eine Ausschreibung oder Kostenaufstellung vorangehen. Selbst Wladimir Putin kritisier-

te das entsprechende Gesetz. Die Theater wurschtelten sich durch.

Bis jetzt. Kirill Serebrennikow hat offenbar eine Grenze überschrit-

ten. Nur weiß niemand, welche…“

zeit.de

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"Lasst euch nicht einschüchtern"

 

Serebrennikow bestreitet seine Schuld.

Er sagte, die andauernden Ermittlungen hätten nichts ergeben, was seine einjährige Isolation von der Gesellschaft rechtfertige.

In der Erklärung,die er verlas, hieß es zu-dem: "Mir wird ständig gesagt: 'Halte

durch!' Ich bin unendlich dankbar dafür,

dass man von meiner Anständigkeit und Unschuld überzeugt ist. Aber ich

möchte sagen:

 

'Liebe Freunde, haltet auch ihr durch.' Ich

bin bereits in der Mühle, aber ich bin ein freier Mann, und ich werde alles tun, um

zu verhindern, dass diese Mühlsteine

mich zermahlen. Es ist auch wichtig,

dass ihr euch nicht einschüchtern lasst,

dass ihr nicht in der Kunst und im Leben

den Mut verliert."

 

Die Anklage argumentiert, es sei notwen-

dig, den Hausarrest für Serebrennikow zu verlängern, weil er sich den Ermittlungen entziehen und Zeugen unter Druck setzen könnte. Das kommentierte der Regis-

seur mit den Worten: 

 

"Die Ermittler haben keine Beweise dafür, dass ich mich verstecken wollte. Aber den Ermittlern sind die Gesetze egal. Ich habe bereits viele Mal vor Gericht ausgesagt und erklärt, womit ich mich befasst habe und welcheVeranstaltungen wir durchgeführt haben. Es ist immer einfach, die Wahrheit

zu sagen."

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Argumentation mit

gefälschten Dokumenten?

 

Serebrennikows Rechtsanwälte verwiesen darauf, dass das Vernehmungsprotokoll

der Zeugin Larissa Wojkina gefälscht sei. Wojkina war bei der Produktionsfirma "Siebtes Studio" für Personal - und Buch-haltung zuständig. Das Protokoll ver-

wenden die Ermittler immer wieder, um Serebrennikows Hausarrest

zu verlängern.

 

Die Forderung nach Freilassung des bekannten Regisseurs gegen Kaution

lehnte das Gericht ebenfalls ab.

bb/suc (dpa, INA)

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Der Film "LETO" als Ausdruck der

Sehnsucht nach Freiheit

 

„Regisseur Kirill Serebrennikow steht in seiner Heimat Russland unter Hausarrest.

Am Mittwoch beginnt der umstrittene Pro-zess gegen ihn. Sein fulminanter Musikfilm "Leto" kam am 8.November in die westdeutschen Kinos.

 

Für viele Westeuropäer dürfte es einer der Kinohöhepunkte des Jahres sein: Kirill Serebrennikows Film "Leto", der bei den Filmfestspielen im Mai in Cannes Welt-uraufführung feierte und dort auch aus-gezeichnet wurde. Seither ist er auf einigen internationalen Festivals sowie in Ungarn, Polen und Estland in den Kinos zu sehen gewesen. Nun startet er in Deutschland

(8. November), später dann in Italien

und Frankreich.

 

Auch in Russland schaffte "Leto" im Som-mer (7. Juni) den Sprung in die Arthaus-Kinos. Dort wurde er von vielen begeister-

ten Kritikern besprochen. Auf den Tag fünf Monate später (7. November) müssen sich Serebrennikow und drei seiner Mitarbeiter

in Moskau vor Gericht verantworten. Dem Regisseur wird die Unterschlagung staat-licher Gelder vorgeworfen. Angeblich soll

er Fördergelder, die für Theateraufführun-

gen vorgesehen waren, miss-

braucht haben…“

 

DEUTSCHE WELLE

06. November 2018

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Opernhaus in Zürich:

 

Serebrennikow-Inszenierung

 

COSI FAN TUTTE

 

aus dem Hausarrest

 

Die Premiere war am

 

Sonntag, 04. November 2018

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„…Der Intendant des Opernhauses in Zü-

rich, Andreas Homoki,setzte mit viel persönlichem Engagement durch, dass

der Regisseur Kirill Serebrennikow eine

seit 2016 geplante Neuinszenierung von Mozarts «Così fan tutte» in Zürich realisie-

ren konnte, obschon Serebrennikow im August 2017 in Russland inhaftiert wurde

und seither im Hausarrest sitzt. Diese Machtdemonstration des Kremls, wohl als Abschreckung für die aufbegehrende Kulturszene gedacht, führt international

seit gut einem Jahr zu Solidaritäts-bekundungen, meist unter dem

Hashtag #FreeKirill.

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Die Zürcher Premiere sendet freilich ein

noch stärkeres Signal.Dass sich die Kunst nicht so leicht unter die Knute von Will-kürherrschern jeglicher Couleur zwingen lassen will, ist das eine. Dass sie im Kampf um die Freiheit gleichwohl Kunst bleibt

und nicht herabsinkt auf das Niveau von Agitation und Gegenpropaganda, bedeutet eine kaum geringere Herausforderung.

Doch genau diese Balance gelingt jetzt am Opernhaus, allen Widrigkeiten zum Trotz. Dieser Mozart-Abend ist ein eindrucksvoller Akt des Widerstands, keine Frage; zugleich aber ist er leicht, manchmal komödiantisch überzeichnet, aber nie oberflächlich; er hat Witz, ein fast bruchlos durchgehaltenes Tempo und wird bei allen – mitunter auch plakativ-zeitgeistigen – Zuspitzungen doch grundiert durch eine tiefere Melancholie…“

 

Christian Wildhagen

Neue Zürcher Zeitung

05. November 2018

Meine Solidarität mit den

befreundeten Kollegen des

Akademischen Dramatischen

Theaters im bedrängten

ukrainischen Mariupol

am Asowschen Meer.

In der Nacht vom

 

01.zum 02.November 1975 wurde

 

Pier Paolo Pasolini

 

in Ostia bei Rom ermordet

Auf einem Fussballplatz in Ostia bei Rom

An dieser Stelle  wurde am 2. November 1975

der ermordete Pier Paolo Pasolini gefunden.

Nanni Moretti fuhr 1993 auf einer Vespa mit

langen Einstellungen in seinem Film

CARO DIARIO  von Rom nach Ostia.

Musik: Keith Jarrett

In CASARSA

Andrzej Wajdas

Tätigkeit als Film- und

Theaterregisseur erstreckte sich über

fast sechs Jahrzehnte.

Hier erfahren Sie mehr über seine

wichtigsten Filme

DANTON (F/Polen/BRD 1982) Als nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1981 Wajdas Arbeitsbedingungen eingeschränkt wurden, verlagerte er seinen Wirkungsort zeitweise nach Frankreich, um hier ein polnisches Theaterstück über die Endphase der Französischen Revolution zu verfilmen. Mit Parallelen zum polnischen Kriegsrecht entwirft Wajda das Bild einer brutalen Terrorherrschaft durch das Revolutionstribunal von Robespierre (Wojciech Pszoniak), dem Danton (Gérard Depardieu) und die Ideale der Revolution zum Opfer fallen.

POKOLENIE (Eine Generation, 1954) Wajdas neorealistisch anmutendes Debüt und erster Teil der Warschauer Trilogie kreist um den jungen Stach, der sich einer polnischen Widerstandsgruppe anschließt. Während des Warschauer Aufstands 1944 versuchen Stach und die Gruppe, Aufständische aus den unterirdischen Kanälen zu retten. Ohne jegliches Pathos formuliert der Film die Frage nach politischer und persönlicher Verantwortung – ein früher Tauwetterfilm.

KANAL (1956) Fernab der offiziellen, stalinistischen Geschichtsinterpretation und -darstellung zeichnet Wajda die Niederlage einer polnischen Widerstandgruppe in den letzten Tagen des Warschauer Aufstandes. Als ihre Position in der Vorstadt nicht mehr zu halten ist, steigen auch sie in die weitverzweigte Warschauer Kanalisation ab. Ein Irrweg durch expressionistisch ausgeleuchtete Kanalgänge beginnt, die Ausmaße des Danteschen Infernos annehmen.

POPIÓŁ I DIAMENT (Asche und Diamant, 1958) Wajda und der polnische Film finden mit ASCHE UND DIAMANT endgültig internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Die Geschichte eines Bruderkriegs spielt sich innerhalb weniger Stunden am 8. Mai 1945 ab. Maciek, ein national gesinnter ehemaliger Untergrundkämpfer (Zbigniew Cybulski) bereitet ein Attentat auf einen führenden Kommunisten vor. Zur gleichen Zeit wird die Siegesfeier vorbereitet. Kriegsprofiteure und Karrieristen beschließen das Fest mit einer Polonaise, während Maciek den Bezirks-Sekretär erschießt und dann selbst erschossen wird. Vorfilm: PAPARAZZI (Piotr Bernaś, 2011, 5.12., zu Gast: Piotr Bernaś).

POPIOŁY (Legionäre, 1965) Der Verlust der staatlichen Souveränität und die Aufteilung Polens zwischen Preußen, Russland und Österreich Ende des 18. Jahrhunderts ist eines der kollektiven polnischen Traumata. Vor diesem Hintergrund und basierend auf einem Roman von Stefan Zeromski, der den Glauben an ein zukünftiges Polen formuliert, entwirft Wajda ein monumentales Fresko um eine Gruppe von polnischen Adligen, die in Napoleon den Befreier Polens sehen, deren Hoffnungen jedoch enttäuscht werden.

KRAJOBRAZ PO BITWIE (Landschaft nach der Schlacht, 1970) Der Krieg ist vorüber, ein KZ wird befreit, die ehemaligen Häftlinge werden in ein DP-Camp umquartiert. Doch das Erlebte legt sich wie ein Schatten über ihre Gegenwart und Zukunft, Kampf, Gewalt und Rache bestimmen auch im neuen Lager ihr Leben. Dennoch entwickelt sich eine vorsichtige Beziehung zwischen einer Jüdin und dem Intellektuellen Tadeusz (Daniel Olbrychski). Als sie unabsichtlich erschossen wird, flüchtet er sich in Zynismus und verlässt das Camp. Eine stark ästhetisierte, ausgewaschen anmutende Anfangssequenz verbildlicht das Grundmotiv des Films: den Verlust der menschlichen Identität in der Unmenschlichkeit der Lebensbedingungen im KZ.

SAMSON (1961) Die alttestamentarische Legende von Samson, der sich gegen seine Unterdrücker auflehnt und mit ihnen stirbt, dient als titelgebender Referenzpunkt für die Geschichte des jüdischen Studenten Jacub Gold in Polen vor und während des Zweiten Weltkriegs. Aus dem Gefängnis entlassen, folgt er seiner Mutter ins Ghetto, kann von dort fliehen, findet Unterschlupf und Anschluss an eine Widerstandgruppe in einer illegalen Druckerei, bis diese von deutschen Soldaten gestürmt wird. Ausgehend von Jacubs allmählicher Wandlung mündet der Film in ein Nachdenken über das Verhältnis von Individuum und Geschichte.

BEZ ZNIECZULENIA (Ohne Betäubung, 1978) Im Mittelpunkt dieser Zustandsbeschreibung Polens Ende der 70er Jahre steht der erfolgreiche Journalist Jerzy, der über die Anforderungen seines Berufs die politischen wie auch die privaten Zeichen der Zeit aus den Augen verliert. Seine Unfähigkeit sich anzupassen führt mit beklemmender Zwangsläufigkeit zur persönlichen und beruflichen Niederlage. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Diktat falscher Ideale, dem Konformismus und der Mittelmäßigkeit.

POLOWANIE NA MUCHY (Fliegenjagd, 1969) Diese groteske Karikatur des polnischen Kulturbetriebs ist eine von Wajdas zwei Satiren. Ein gescheiterter Student wird zum Opfer des übersteigerten Ehrgeizes seiner Geliebten, seiner Schwiegereltern und seiner Ehefrau, die einen anerkannten Übersetzer aus ihm machen und ihn in die "Kultur-Schickeria" einführen wollen. Eine Erkundung der Condition Humaine im Mantel der Gesellschaftskomödie. Vorfilm: PRZEKŁADANIEC (Rollkuchen, Polen 1968, 10.12.) Die kurze Science-Fiction-Komödie von überraschender Aktualität basiert auf einer Erzählung von Stanislaw Lem: Einem Rennfahrer werden nach Unfällen diverse Organe transplantiert, was bei ihm zu einer umfassenden Identitätsverwirrung führt. Ein Bild der Welt Warschauer Intellektueller – voller Gags, Cartoons und Karikaturen.

CZŁOWIEK Z ŻELAZA (Der Mann aus Eisen, 1981) In der Fortsetzung von MANN AUS MARMOR schildert Wajda den politischen Umschwung Anfang der 80er Jahre aus dem Blickwinkel eines opportunistischen Reporters, der die Biografie eines der Streikführer recherchiert. "Unsere Idee war es, die Ereignisse des August 1980 aus dem Blickwinkel des August 1980 zu erzählen." (A.W.) Die Unmittelbarkeit in der Darstellung der Streikwelle des "Polnischen Augusts" findet in der nervösen Intensität der Bilder, der fragmentarischen Narration, dem Zusammenfügen unterschiedlicher Bildebenen ihren überzeugenden formalen Ausdruck.

WESELE (Die Hochzeit, 1973) Werkgetreue Adaption des berühmten Dramas von Stanisław Wyspiański über die verlorene Identität und den Mythos Polens. Auf zwei Ebenen entfaltet sich das um die Jahrhundertwende angesiedelte Geschehen: Der schwelgerischen Hochzeit eines Dichters und einer Bauerntochter wird eine surreale Phantasmagorie in Form einer Zwiesprache der Hochzeitsgäste mit Gestalten der polnischen Geschichte zur Seite gestellt. Es entfaltet sich ein mythischer Reigen, ein entfesselter Rausch.

PANNY Z WILKA (Die Mädchen von Wilko, 1979) Als Wiktor Ruben (Daniel Olbrychski) nach 15 Jahren wieder in das ländliche Wilko zurückkehrt, beginnt für ihn und die Schwestern eines benachbarten Gutes eine Reise in die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit: einen gemeinsam verbrachten unbeschwerten Sommer. Im Blick zurück verschmelzen die Zeitläufe, spitzen sich Träume und Hoffnungen noch einmal zu. Eine elegisch-melancholische Reflexion über eine verlorene Generation.

BRZEZINA (Birkenhain, 1970) Ein so stilles wie stimmungsvolles Kammerspiel um zwei ungleiche Brüder: den zurückgezogenen Witwer Bolesław, der mit seiner Tochter auf dem Land lebt, und den lebenslustigen, aber todkranken Stanislaw, der aus der Schweiz in die Heimat zurückkehrt, um hier zu sterben.

ZIEMIA OBIECANA (Gelobtes Land) Monumentales Gesellschaftspanorama der Textilmetropole łodz Ende des 19. Jahrhunderts, eines Brennpunkts der sich rasant entwickelnden Industriellen Revolution. Drei Glücksritter wollen am ökonomischen Aufbruch teilhaben und gründen eine Fabrik. Zunehmend skrupellos verfolgen sie ihr Ziel: Geld, Macht und Besitz. Basierend auf dem Roman des Nobelpreisträgers W. S. Reymont führt Wajda eine Vielzahl von unterschiedlichen Figuren in einem brodelnden, erbarmungslosen Hexenkessel zusammen und zeigt eine Gesellschaft am moralischen Abgrund.

CZŁOWIEK Z MARMURU (Der Mann aus Marmor, 1977) Eine Meditation über Entdecken und Verdrängen und das Potential des Films zur ideologischen Manipulation. Wajda setzt die unmittelbare Gegenwart der 70er Jahre mit den Jahren des sozialistischen Aufbaus in Verbindung, verschachtelt die Zeitebenen mittels Rückblenden und Archivmaterial. Wie ein Mosaik setzt die junge Regisseurin Agnieszka (Krystyna Janda) unterschiedliches Material zusammen, um das Leben eines einstigen "Helden der Arbeit" zu rekonstruieren, der nach einem Unfall abgeschoben wird. Die Verdrängung des einst gefeierten Helden in den 50er Jahren findet in der Abwehrhaltung des Fernsehredakteurs, den Agnieszka mit ihren Entdeckungen konfrontiert, 20 Jahre später ihre Entsprechung.

WSZYSTKO NA SPRZEDAŻ (Alles zu verkaufen, 1969) "Ein Film über das Unvermögen, einen Menschen ohne seine Anwesenheit zu fassen." (A.W.) Wajdas sehr persönliche Hommage an den emblematischen Schauspieler Zbigniew Cybulski, den polnischen James Dean, wird zum Dokument seiner Trauerarbeit aber auch einer Selbstbefragung und persönlichen Bestandsaufnahme. In diesem Film-im-Film werden die Dreharbeiten von der Nachricht des Todes des Hauptdarstellers jäh unterbrochen. Unsicher, wie er mit dem Verlust umgehen soll, gerät der Regisseur in eine tiefe persönliche und kreative Krise.

TATARAK (Der Kalmus, 2009) Eine andere filmische Form der Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Menschen, in diesem Fall des Kameramanns Edward Kłosiński, finden Krystyna Janda, Kameramann Pawel Edelman  und Wajda in DER KALMUS. Fließend gehen die drei Ebenen des Films ineinander über: reduzierte Sequenzen, in denen Janda sich an die letzten Tage mit ihrem Mann erinnert, Set-Aufnahmen der Dreharbeiten und die eigentliche Spielfilmhandlung über die brüchige Idylle des letzten Sommers einer sterbenskranken Frau. Variationen des Umgangs mit Vergänglichkeit, Tod und Trauer. Vorfilm: TRÓJKA DO WZIĘCIA (Three for the Taking, Bartosz Konopka, 2007, 18.12.)

KORCZAK (Andrzej Wajda, Polen/BRD 1990) Eine Verschränkung von zeitgenössischen Wochenschauen und zurückgenommenen Schwarzweißaufnahmen bildet den Hintergrund der Geschichte des polnisch-jüdischen Kinderarztes und Pädagogen Korczak, der im Warschauer Ghetto ein Waisenhaus leitet und trotz aller Widrigkeiten den Geist von Menschlichkeit und Toleranz aufrechtzuhalten versucht. 1942 soll das Heim aufgelöst, die 200 Kinder sollen deportiert werden. Korczak begleitet sie in den Tod. Offene Waggons und Kinder, die sich im Herbstnebel verlieren, sind die letzten Bilder des Films. "Der Absprung vom Zug der Geschichte evoziert das Schlimmste, das in Nacht und Nebel sich verbarg." (Karsten Witte)

LAS KATYŃSKI (Der Wald von Katyn, Marcel Łoziński, Andrzej Wajda, Polen 1990) Früher Fernsehdokumentarfilm über das Massaker von Katyn, das sich auf Archivbilder, Zeugenaussagen und die Erinnerung der Beteiligten stützt.

KATYŃ (Das Massaker von Katyn, 2007) Die von Stalin verordnete Ermordung von 22.000 polnischen Offizieren, Polizisten und Intellektuellen – darunter Andrzej Wajdas Vater – im Wald von Katyn im Frühjahr 1940 gehört zu den großen Traumata der jüngeren polnischen Geschichte. Die Sowjets lasteten das Massaker jahrzehntelang der deutschen Wehrmacht an, bis Jelzin 1992 die Archive öffnete. In seinem Spielfilm nähert sich Wajda dem lange tabuisierten Geschehen mit Bedacht: Während und nach dem Krieg machen sich verschiedene Hinterbliebene auf die Suche nach Vätern, Söhnen, Brüdern und der Wahrheit, die zwischen vermeintlich übergeordneten Interessen zerrieben wird.

NASTASJA (Polen/Japan 1994) Wajdas filmische Bearbeitung des letzten Kapitels von Dostojewskis Der Idiot geht auf das Zusammentreffen mit dem japanischen Kabuki-Theaterstar Tamasaburo Bando zurück, der für seine Darstellung weiblicher Rollen berühmt ist. In NASTASJA verkörpert er zunächst Fürst Myschkin, der gemeinsam mit Rogoshin Wache am Totenbett der geliebten Nastassja hält. Im Verlauf der Totenwache verliert sich Myschkin in der Erinnerung an die Verstorbene und nimmt die Gestalt der titelgebenden Protagonistin an.

ZEMSTA (Rache, 2002) Zwei verfeindete Nachbarn müssen erkennen, dass ihre Kinder heiraten wollen. Als unbeabsichtigtes Gegenstück zu Mickiewicz' PAN TADEUSZ gibt die Gesellschaftskomödie des polnischen Bühnenautors und Dichters Fredro aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen wesentlich weniger heroischen, aber umso humorvolleren Eindruck des polnischen Landadels, dargestellt von Roman Polański, Janusz Gajos und Daniel Olbrychski.

PAN TADEUSZ (1998, 23.12.) "Unverfilmbar!" hieß es lange Zeit in Bezug auf das identitätsstiftende polnische Nationalepos in Versform von Adam Mickiewicz. Wajda behält den polnischen Alexandriner des nationalen Heiligtums bei, findet schwelgerisch opulente Bilder und große Schauspieler (Bogusław Linda, Daniel Olbrychski, Grażyna Szapołowska). Die Handlung – eine Familienfehde wird angesichts der Bedrohung durch russische Truppen beigelegt – spielt an wenigen Tagen Anfang des 19. Jahrhunderts und kulminiert wie so oft bei Wajda in der Polonaise, im symbolhaften Reigen, in dem Zeitläufe, Mythen und Legenden zu verschmelzen scheinen.

P.S. - Russische Finsternis -

Erinnern wir uns!

Alexander Litvinenko
"The Litvinenko Inquiry - Report info the death of Alexander Litvinenk."
Litvinenko-Inquiry-Report-web-version.pd[...]
PDF-Dokument [2.5 MB]

Nowaja Gazeta: Wie Boris Nemzow

ermordet wurde

"Die Welt muss innehalten -

 

und damit beginnen,

 

sich nicht über Ausrottungskoalitionen

 

zu verständigen,sondern über

 

den eigenen Fortbestand.

 

Früher oder später wird  der Wettlauf

 

des Wahnsinns,dessen Augenzeugen

 

wir heute sind, natürlich dazu führen.

 

Fragt sich nur,um den Preis welcher Opfer"

 

Anna Politkowskaja -18.März 2004