23. / 24. Juni 2018

 

 

Marina Zwetajewa

 

 

"Ich schicke meinen

 

Schatten voraus"

 

Prosa - Gesammelte Werke Band 1

 

 

SUHRKAMP VERLAG - 2018

 

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Die Wiederentdeckung einer der größten europäischen Dichterinnen der Moderne

 

Marina Zwetajewa, neben Anna Achma -

towa die bedeutendste russische Dich -

terin des 20. Jahrhunderts, war auch in

ihrer Prosa unverkennbar Lyrikerin. Ob

sie, wie in ihrer Tagebuchprosa, das

Chaos der Revolutions- und Bürger - kriegsjahre schildert oder in ihren autobiographischen Erzählungen die verlorenenen Kindheitsparadiese aufruft, immer ist die Sprache – assoziativ, ly -

risch, intensiv – die eigentliche Prota -

gonistin.Der Band versammelt Texte unterschiedlicher Lebensphasen:

Die Moskauer Aufzeichnungen aus den Jahren 1917-1921 geben Zeugnis von

den Revolutions- und Kriegswirren.

»Über Deutschland« entwirft das Ideal -

bild von einem Ort des Geistes, das wäh - rend der Jahre ihrer Emigration rasch zerfallen wird. 1933, in der Not des Exils, beginnt Zwetajewa, sich in autobio - graphischen Erzählungen ihrer früh -

esten Erfahrungen zu versichern: behü -

tete, doch unruhige erste Lebensjahre

mit Stationen in Freiburg, Nervi und Lausanne, die überschattet waren vom frühen Tod der Mutter. Die »Erzählung

von Sonetschka« vergegenwärtigt ihre

Liebe zu der Schauspielerin Sofia Gollidej.

Mit der vorliegenden Auswahl gilt es

die Prosa einer der größten europä -

ischen Dichterinnen der Moderne neu

zu entdecken, deren Leidenschaft

und Dringlichkeit man sich kaum

entziehen kann.

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...Mariana Zwetajewa lebte mehrfach in Deutschland, bevor sie 1939 in die Sowjetunion zurückkehrte. In Jelabuga

an der Kama, wohin sie nach dem Ein - marsch der Deutschen evakuiert worden

war, nahm sie sich am 31. August 1941

das Leben...

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1912 heiratete sie Sergej Efron, dem sie

trotz ihrer zahlreichen heftigen Liebschaf -

ten mit Männern und Frauen ihr Leben

lang verbunden blieb. 1913 wurde ihre Tochter Ariadna geboren, vier Jahre später Irina. Der Erste Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg warfen dunkle Schatten auf

das Leben der Dichterin. Von ihrem Mann,

der auf Seiten der Weißen kämpfte, hatte

sie jahrelang keine Nachricht. Ihre kleine

Irina verhungerte während des Bürger - krieges. 1922 reiste die Zwetajewa mit Ariadna in die Hochburg der russischen Emigration: nach Berlin.

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"Sie war nicht sehr lange Zeit in Berlin,

denn sie ging ja später nach Prag. In der

Zeit, wo sie in Berlin war, hatte sie einige Sachen herausgegeben, wie zum Beispiel

das Büchlein 'Remeslo', da waren sehr schöne Gedichte."

 

So erinnerte sich eine Berlin-Emigrantin,

Vera Lourié, die die in den russischen Künstlerkreisen geschätzte und verehrte Marina Zwetajewa auch im Café

"Prager Diele" in Berlin traf:

 

"'Prager Diele' war ein Café, was sich unter einem Hotel befand, Hotelpension 'Prager Diele'. Und das war das Stammlokal von Ilja Ehrenburg. Abends hatte er wieder seinen Stammtisch, wo alle kamen, die Ehrenburg sehen wollten. So kam auch Marina Zwetajewa hin, und so habe ich sie auch näher kennengelernt."

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In Berlin traf die Zwetajewa nach vier

Jahren Trennung ihren Mann wieder, seinetwegen zog sie bald nach Prag, wo

ihr Sohn Georgij geboren wurde. Auf Prag folgte 1926 Paris. Dort entspann sich ein hinreißender Briefwechsel zwischen ihr, Rainer Maria Rilke und dem russischen Dichter Boris Pasternak – geschrieben in hochgebildetem, poetischem Deutsch.

Ständig in Geldsorgen und Not, schloss

sich ihr Mann in den frühen 30er-Jahren in Frankreich der Heimkehrerbewegung an

und war im Auftrag des sowjetischen Geheimdienstes an der Überwachung

von Trotzkis Sohn und an einem Mord-komplott beteiligt; Machenschaften, von denen die Zwetajewa nichts wusste oder nichts wissen wollte. Innerhalb der russischen Emigranten deshalb aber zunehmend isoliert, entschloss sie sich

nach 17 langen Jahren Exils 1939 zur Rückkehr in Stalins Sowjetunion – in

den sicheren Untergang.

 

"Klage des Zorns und der Liebe!
Salz, das auf Augen ruht!
Oh, und Böhmen in Tränen!
Oh, und Spanien im Blut!

Ablehn ich, dass ich höre.
Ablehn ich, dass ich seh.
Auf dieser Welt des Irrsinns
Gibt es nur eins: ich geh."

 

Von Doris Liebermann

 

 

Marina Iwanowna

 

Zwetajewa

 

 

* 8. Oktober 1892 in Moskau

 

+31. August 1941 in Jelabuga

 

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"Nachdem im Juni 1941 deutsche Truppen

die Grenze zur Sowjetunion überschritten hatten und die Bombenangriffe auf Moskau begannen, wurde die Dichterin mit ihrem

16-jährigen Sohn nach Jelabuga in der Tatarischen Volksrepublik evakuiert. Sie

war erschöpft und ausgezehrt, verzweifelt suchte sie nach einem Broterwerb. Am Sonntag, dem 31. August 1941, sollte die Bevölkerung von Jelabuga beim Bau des Flughafens mithelfen. Zwetajewas Sohn

und ihre Vermieterin meldeten sich zur Arbeit. Als sie abends zurückkamen,

fanden sie die Dichterin erhängt in der

Diele des Hauses. Marina Zwetajewa

wurde 49 Jahre alt..."

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"Den Schrecken, der sie in der UdSSR erwartete,

hatte sie nicht vorhergesehen. Unter Stalin war

jeder, der im Ausland gelebt hatte, verdächtig, ebenso wie jeder Angehörige der vorrevolutio -

nären Intelligenzija. Zwetajewas Schwester war bereits vor ihrer Rückkehr im Gefängnis, und

obwohl Anastassja die Stalinzeit überlebte,

sollten sich die Schwestern nie wieder -

sehen. Alle Türen hatten sich für Marina Zwe -

tajewa geschlossen. Pasternak verschaffte ihr

einige Übersetzungsarbeiten, aber die aner -

kannten sowjetischen Schriftsteller weigerten

sich, ihr zu helfen, und ignorierten ihre Misere. Nikolai Assejew zum Beispiel auf dessen Hilfe

sie gehofft hatte, scheute vor ihr zurück, aus

Angst um sein Leben und seine Karriere..."

 

Efron und Ariadna wurden wegen Spionage inhaftiert. Es stellte sich heraus, dass Ariadnas Verlobter in Wirklichkeit ein Agent des NKWD

war, der die Familie ausspioniert hatte. Efron

wurde 1941 erschossen, Ariadna verbrachte

acht Jahre im Gefängnis. Nach Stalins Tod ent -

lastete man beide von den Anschuldigungen...

 

 

Hallo Interessierte,

 

seit mehr als zwei Jahren forsche

 

ich Dienstags bis Freitags in

 

Archiven und Bibliotheken

 

für ein schwieriges Buchprojekt.

 

Die Textarbeit ist ein

 

kompliziertes Puzzle aus

 

Dokumenten, Erinnerungen

 

und Interviews nach 48 Jahren

 

Theater - Film - und Medienarbeit.

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Vom Fortgang der Arbeit werden

 

Sie hier mehr erfahren.

 

 

Peter Krüger

 

Biografisches

 

THEATERARBEIT AUS DER

 

ERINNERUNG

 

 

Invalidenfriedhof 1990

 

im Bereich der Mauer

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Zum zweiten Male, nach 1985

 

auf der Wilhelmsburg im

 

thüringischen Schmalkalden,

 

näherten wir uns im Sommer

 

1990  auf dem geschundenen

 

Berliner  Invalidenfriedhof

 

in der Scharnhorststrasse

 

den Hyperion - Texten

 

von Friedrich Hölderlin.

 

Über die Gräberfelder

 

war das barbarische

 

DDR - Grenzregime

 

gebaut worden.

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"...Es ist auf Erden alles unvollkommen,

ist das alte Lied der Deutschen. Wenn

doch einmal diesen Gottverlaßnen einer

sagte, daß bei ihnen nur so unvollkom -

men alles ist, weil sie nichts Reines unverdorben, nichts Heiliges unbetastet

lassen mit den plumpen Händen, daß bei

ihnen nichts gedeiht, weil sie die Wurzel

des Gedeihns, die göttliche Natur nicht

achten, daß bei ihnen eigentlich das

Leben schal und sorgenschwer und

übervoll von kalter stummer Zwietracht

ist, weil sie den Genius verschmähn, der

Kraft und Adel in ein menschlich Tun,

und Heiterkeit ins Leiden und Lieb und Brüderschaft den Städten und den

Häusern bringt..."

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"Und darum fürchten sie auch den Tod so

sehr, und leiden, um des Austernlebens

willen, alle Schmach, weil Höhers sie

nicht kennen, als ihr Machwerk, das

sie sich gestoppelt..."

 

Friedrich Hölderlin

 

HYPERION

 

Cornelia Heyse - DIOTIMA

Mathis Schrader - HYPERION
Axel Poike  - HYPERION II

Peter Krüger - REGIE

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Wir spielten im August 1990

acht Vorstellungen auf dem

Invalidenfriedhof und

drehten einen Film:

 

HYPERION - FRAGMENTE

 

„Wie ein heulender Nordwind, fährt

die Gegenwart über die Blüthen unsers Geistes und versengt sie im Entstehen ... Ach! und die Seele kann immer so voll Sehnens seyn, bei dem, dass sie so

muthlos ist! .. Ich hatte in meinem Her-

zen ein Grab, damit es ruhen möge; ich

spinne mich ein, weil es überall Winter

ist... ja! eine Sonne ist der Mensch,

allsehend, allverklärend, wenn er liebt,

und liebt er nicht, so ist er eine

dunkle Wohnung, wo ein rauchend

Lämpchen brennt...."

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Tröste mich nicht, denn hier ist

nichts zu trösten...

 

Ich bin einsam, einsam, und mein

Leben geht, wie eine Sanduhr, aus...

Aber deine Worte sind, wie Schneefloken, unnüz, und machen die Luft nur trüber...

Ach, wo ich stand, von deinen Augen umlauscht...“

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 „Es ist besser, sagt’ ich mir, zur Biene

zu werden und sein Haus zu bauen in Unschuld, als zu herrschen mit den Her -

ren der Welt, und wie mit Wölfen, zu

heulen mit ihnen, als Völker zu meistern,

und an dem unreinen Stoffe sich die

Hände zu beflecken ... Ich war bekehrt,

ich wollte niemanden mehr bekehren...“

 

Friedrich Hölderlin

HYPERION

 

 

ZEITSPRUNG 2012

 

Deutsche Tage

 

in Inguschetien

 

Tage mit Bertolt Brecht

 

10. bis 17.  September 2012

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Ausstellungseröffnung in Karabulak

 

mit dem Brechtabend

 

AN DIE NACHGEBORENEN

 

gezeigt von Akteuren des

 

Dramatischen Theaters

 

in Inguschetien.

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ZEITSPRUNG  2018

 

Ende Mai in der Universität Magas.

 

Die germanistische Fakultät

 

lud unsere Akteure zu einem

 

Gespräch über ihre Theaterarbeit

 

mit BERTOLT BRECHT ein.

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Auf dem Foto unten von links:

 

Wacha Chadziev

 

Achmet Evloev

 

Rimma Kurskieva,

 

Zulfija Kukurchoeva,

 

Murtas Osiev

 

Grafiken von:

 

KARL - HEINZ DRESCHER

 

(1936 - 2011)

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37 Jahre Grafiker im

 

BERLINER ENSEMBLE

 

Wir zeigten 2012 in Karabulak / Inguschetien,

eine umfangreiche Ausstellung mit Postern,

Fotos, Programmheften und Büchern

von Karl - Heinz Drescher

 

 

Aischylos / Goethe

 

Prometheus

 

im Kaukasus

 

2014 in Nazran / Inguschetien

 

 

Prometheus im Kaukasus

 

Murat Sampiev in der Titelrolle

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Aus Prometheus erstem Monolog

nachdem er an einen Berg

im Kaukasus gefesselt wurde:

 

…Seht her auf mich, wie in Schmach, wie in Qual,

Wie erniedriget ich Jahrtausende hier

Abhärmen mich soll. Und das hat mir

Der Unsterblichen neuer Gebieter erdacht,

Mir Ketten und Schmach.

Weh! weh! Um das Jetzt, um der Zukunft Qual

Wehklag ich umsonst! Wann wird jemals

Mir der Mühsal Ende sich zeigen!...

 

…Weil den Menschen ich

Heil brachte, darum trag ich qualvoll dieses Joch.

Im Ferulstabe glimmend, stahl ich ja des Lichts

Verstohlnen Urquell, der ein Lehrer aller Kunst

Den Menschen wurde, alles Lebens großer Hort.

Und diese Strafen büß ich jetzt für meine Schuld,

In Ketten angeschmiedet hoch in freier Luft!...

 

Textfassung und Regie: Peter Krüger

 

Mein Buch wird unter

 

vielem anderen auch

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die Theater - und Filmarbeiten

 

in Inguschetien und

 

Tschetschenien zum Inhalt haben.

 

 

2012 - Im Gespräch

 

mit dem inguschetischen

 

Präsidenten Junus-bek Evkurov

 

 

PROMETHEUS IM KAUKASUS

 

Im neu renovierten

 

Kulturhaus von Nazran

 

war am 27. März 2014,

 

dem Welttag des Theaters,

 

unsere Premiere.

 

Das Nationale Tanzensemble

Inguschetiens war unser

Arbeitspartner für die

schwierigen Tänze nach

der Musik von Carl Orff.

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Mehr erfahren Sie auf den Seiten:

 

KAUKASUSARCHIVE 1 bis 3

 

links oben

 

Meine

 

Theaterfahrten

 

2004 - 2017

 

unter anderem

 

nach Nazran, Grozny,

 

Wladikawkas

 

Belarus und Moskau

 

werden auch zum Buchinhalt.

 

 

Peter Krüger

 

UNTERWEGS

 

(Fotoreihe von oben)

 

2004 -  Ende Mai in Nazran.

 

Premiere meiner Inszenierung

 

von Brechts "Mutter Courage"

 

mit dem Schauspielensemble

 

des  Theaters "I.Basorkin"

 

in Nazran / Inguschetien

 

2014 - Grozny

 

Mit Lolita Gagieva im

 

Intendantenzimmer des

 

Dramatischen Theaters.

 

2014 - Mit Lolita Gagieva

 

vor dem Bulgakow-Haus in

 

Wladikawkas / Nordossetien.

 

2015 - Theaterfestival

 

    in Brest / Belarus

 

Vor dem Festival - Theater

 

2016 - Fomenko -Theater in Moskau

 

Szene aus Bertolt Brechts

 

MUTTER COURAGE

 

UND IHRE KINDER

 

Wera Strokova - Kattrin

Nikolai Orlovskij - Schweizerkas

Polina Kutepova - Mutter Courage

Dmitri Rudkov - Eilif

(von links)

 

2017 - Probenarbeit für Michail Bulgakows

 

HUNDEHERZ

 

in Nazran / Inguschetien.

 

Mit Akteuren des inguschetischen

 

Dramatischen Theaters

 

Wir erarbeiteten eine TV-Fassung

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2017 - November, Jacqueline Jacob

 

und ich lasen in Berlin-Moabit

 

aus meiner Theaterfassung

 

nach Michail Bulgakows Roman

 

DER MEISTER UND MARGARITA

 

2018 - 23. Februar erneut in Moabit mit

 

DER MEISTER UND MARGARITA

 

(Letztes Foto)

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2018 - 9. April  BUCHBASAR EINS

 

in Berlin - Moabit.

 

AUS DER WELT BERTOLT BRECHTS

 

Mutter Courage und ihre Kinder

 

Lesung und Film

 

Jacqueline Jacob und ich waren

 

wieder unterwegs.

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Mehr erfahren Sie auf den Seiten

 

KAUKASUSARCHIV 1 bis 3

 

links oben

 

MEMORIAL IN NAZRAN

 

Über die Deportation

 

des inguschetischen und

 

tschetschenischen Volkes

 

im Februar 1944

 

unter der Herrschaft  Stalins.

 

Am 23. Februar 2014, 70 Jahre nach der Deportation,

 

stellten wir in Nazran eine Lesung von Dokumenten

 

und Interviews mit inguschetischen Überlebenden

 

vor. Die Textauswahl und Darstellung war von mir.

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Seit 1997 arbeite ich in dem kleinen

 

nordkaukasischen Land u.v.a.für das

 

Dramatische Theater

 

Solidarität für zwei Kollegen

 

 

Internationale Solidarität

 

für den russischen Regisseur

 

KIRILL SEREBRENNIKOW

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Sein Hausarrest wurde

 

erneut bis zum

 

19. Juli 2018

 

verlängert

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Februar 2018

 

SEREBRENNIKOW

 

stellte im Hausarrest

 

seinen Film LETO / SOMMER

 

fertig. Vorgestellt wurde

 

der Film während der

 

BERLINALE 2018

 

und wurde im Wettbewerb

 

des Filmfestivls in

 

Cannes gezeigt.

 

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22. Mai 2018

 

Weiter Hausarrest für Kirill Serebrennikow

 

Moskau - Der Hausarrest für den

russischen Regisseur Kirill Serebren -

nikow bleibt nach einem Gerichtsurteil

auch weiter bestehen. Eine Klage gegen

die Verlängerung des Hausarrests werde abgelehnt, urteilte ein Moskauer Gericht

am Montag.

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Serebrennikow dürfe weder mit seinen Kollegen über Geschäftsfragen beraten,

noch Internet benutzen oder sein Theater,

das bekannte Gogol-Zentrum in Moskau, besuchen, hieß es der Agentur

Interfax zufolge.

 

Der 48-Jährige steht somit bis mindes -

tens 19. Juli unter Hausarrest. Der auch

in Deutschland bekannte Künstler ist

dann bereits knapp ein Jahr beinahe vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Ihm wird vorgeworfen, Fördergelder in der Höhe von 133

Millionen Rubel (rund 2 Millionen Euro) veruntreut zu haben. Serebrennikow bestreitet dies jedoch vehement.

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Der Regisseur war im vergangenen Jahr während der Dreharbeiten zu seinem

neuen Film "Leto" (Sommer) festgenom - men worden. Die Weltpremiere wurde

beim Filmfestival in Cannes ohne Serebrennikow gefeiert. Der Film soll

ab 7. Juni in den russischen Kinos

zu sehen sein.

 

Deutsche Presseagentur

 

21. Mai 2018

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7. Juni 2018

 

Ballett Regisseur Serebrennikows

"Nurejew" bekommt Tanzpreise

 

Bei einer Gala im Bolschoi-Theater in

Moskau sprach die Jury des "Benois

de la Danse" Serebrennikow unter ande -

rem den Preis für die beste Ballettregie zu.

 

Der Tänzer der Titelrolle, Wladislaw Lanstratow, wurde ebenso ausgezeichnet

wie Komponist Ilja Demuzki. Das

Stück handelt von dem russischen

Tänzer Rudolf Nurejew.

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Die russische Justiz wirft dem regierungskritischen Künstler Serebren - nikow die Unterschlagung von Staatsgeld vor. Das Bolschoi hatte die Uraufführung

des Balletts im Sommer 2017 kurzfristig abgesagt. Dann gab es im Dezember zwei umjubelte Aufführungen, bevor das Stück

bis Juni wieder vom Spielplan verschwand.

 

Deutschlandradio

 

Solidarität

 

für den ukrainischen Filmregisseur

 

OLEG SENTSOV

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MEMORIAL - DEUTSCHLAND

 

17. Juni 2018

 

"Erklärung am Vorabend der

 

Fußballweltmeinsterschaft

 

in Russland"

Oleg Sentsovs Haftort:

 

Strafkolonie Nr. 8 (OG 98/8)

des strengen Regimes der UFSIN Russlands

LABYTNANGI, North Street 33

Telefon: 008 34 992 5-14-44

 

ФКУ «Исправительная колония № 8»

Адрес г.Лабытнанги, улица Северная 33.

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FREE OLEG SENTSOV!

 

Der Gefangene Russlands

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"Aktionen in 78 Städten weltweit. Weit über tausend Künstler und Kulturinstitutionen,

die sich für seine Freilassung einsetzen, darunter die Nobelpreisträgerinnen Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch. Die Familie, die sich an Putin persönlich

wendet. Auf einer Pressekonferenz mit Frankreichs Staatspräsident Macron im

Mai werden dringliche Fragen gestellt,

zuletzt formulierte EU-Ratspräsident

Donald Tusk auf dem G7-Gipfel in Kanada einen kämpferischen Appell. Wer hat

nicht inzwischen von Oleg Senzow gehört. Seit 2015 verbüßt der Filmemacher und Maidan-Aktivist eine 20-jährige Lagerhaft, inzwischen in einer Strafkolonie für Schwerkriminelle in Labytnangi, Sibirien.

Seit 14. Mai protestiert Senzow dort in der Arktis mit einem Hungerstreik für die Freilassung aller 64 politischen ukrainischen Gefangenen in Russland. Nach 30 Tagen

ist sein Zustand bedenklich.

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Dennoch schreibt Senzow in einem Brief

an die Menschenrechtler Tatjana und

Nikolai Schtschur, er sei jetzt „kein Gefangener mehr, sondern ein kranker Gefangener“ und werde im Gefängnis -

spital gut versorgt. Wie die „FAZ“ be -

richtet, bedankt sich der 41-Jährige für

seine Unterstützung auch seitens des preisgekrönten russischen Regisseurs Andrei Swjaginzew („Loveless“), kritisiert jedoch, dass dieser ihn zum Opfer mache.

Er sei kein Verlierer, er wolle nicht ge -

schont werden. Offenbar ist Senzow zu

allem entschlossen. „Er steht zu seinem Wort“, sagte seine Cousine Natalia Kaplan dem „Guardian“. Seinem Anwalt Dmitri

Dise, dem Senzow Anfang Juni die handschriftliche Hungerstreik-Erklärung übergab, soll er gesagt haben, wenn er während der Fußball-WM sterbe, ver -

schaffe das der Lage der Gefangenen

mehr Aufmerksamkeit.

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Hilft der öffentliche Druck unmittelbar vor

der WM, wo alle Welt auf Russland schaut? Darauf hofft die European Film Academy,

die sich seit der Verhaftung als „Krim-Terrorist“ 2014, oder besser: seit der Verschleppung durch den russischen Geheimdienst aus seiner Wohnung in Simferopol auf der Krim nach Moskau für Senzow einsetzt. Bisher war alles vergeb - lich: dass EFA-Präsidentin Agnieszka Holland, Ken Loach, Mike Leigh, Aki Kaurismäki, Hanna Schygulla, Volker Schlöndorff, Wim Wenders und viele

andere offene Briefe schreiben und sich

um Senzows Leben sorgen. Dass die Berlinale 2017 die 75-Minuten-Doku

„The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov“ zeigte. Oder dass Amnesty International an die besondere Verant - wortung der Behörden gemahnt, wegen

des „unfairen Gerichtsverfahrens“.

Human Rights Watch spricht von einem politischen Schauprozess.

Senzows "Verbrechen": Er demons -

trierte gegen die Krim-Annexion

 

Christiane Peitz

DER TAGESSPIEGEL

13. Juni 2018

Meine Solidarität mit den

befreundeten Kollegen

des  Akademischen

Dramatischen Theater

im bedrängten

ukrainischen

Mariupol!

In der Nacht vom

 

01.zum 02.November 1975 wurde

 

Pier Paolo Pasolini

 

in Ostia bei Rom ermordet

Auf einem Fussballplatz in Ostia bei Rom

An dieser Stelle  wurde am 2. November 1975

der ermordete Pier Paolo Pasolini gefunden.

Nanni Moretti fuhr 1993 auf einer Vespa mit

langen Einstellungen in seinem Film

CARO DIARIO  von Rom nach Ostia.

Musik: Keith Jarrett

In CASARSA

Andrzej Wajdas Tätigkeit als Film- und

Theaterregisseur erstreckte sich über

fast sechs Jahrzehnte. Hier erfahren

Sie mehr über seine wichtigsten Filme

DANTON (F/Polen/BRD 1982) Als nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1981 Wajdas Arbeitsbedingungen eingeschränkt wurden, verlagerte er seinen Wirkungsort zeitweise nach Frankreich, um hier ein polnisches Theaterstück über die Endphase der Französischen Revolution zu verfilmen. Mit Parallelen zum polnischen Kriegsrecht entwirft Wajda das Bild einer brutalen Terrorherrschaft durch das Revolutionstribunal von Robespierre (Wojciech Pszoniak), dem Danton (Gérard Depardieu) und die Ideale der Revolution zum Opfer fallen.

POKOLENIE (Eine Generation, 1954) Wajdas neorealistisch anmutendes Debüt und erster Teil der Warschauer Trilogie kreist um den jungen Stach, der sich einer polnischen Widerstandsgruppe anschließt. Während des Warschauer Aufstands 1944 versuchen Stach und die Gruppe, Aufständische aus den unterirdischen Kanälen zu retten. Ohne jegliches Pathos formuliert der Film die Frage nach politischer und persönlicher Verantwortung – ein früher Tauwetterfilm.

KANAL (1956) Fernab der offiziellen, stalinistischen Geschichtsinterpretation und -darstellung zeichnet Wajda die Niederlage einer polnischen Widerstandgruppe in den letzten Tagen des Warschauer Aufstandes. Als ihre Position in der Vorstadt nicht mehr zu halten ist, steigen auch sie in die weitverzweigte Warschauer Kanalisation ab. Ein Irrweg durch expressionistisch ausgeleuchtete Kanalgänge beginnt, die Ausmaße des Danteschen Infernos annehmen.

POPIÓŁ I DIAMENT (Asche und Diamant, 1958) Wajda und der polnische Film finden mit ASCHE UND DIAMANT endgültig internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Die Geschichte eines Bruderkriegs spielt sich innerhalb weniger Stunden am 8. Mai 1945 ab. Maciek, ein national gesinnter ehemaliger Untergrundkämpfer (Zbigniew Cybulski) bereitet ein Attentat auf einen führenden Kommunisten vor. Zur gleichen Zeit wird die Siegesfeier vorbereitet. Kriegsprofiteure und Karrieristen beschließen das Fest mit einer Polonaise, während Maciek den Bezirks-Sekretär erschießt und dann selbst erschossen wird. Vorfilm: PAPARAZZI (Piotr Bernaś, 2011, 5.12., zu Gast: Piotr Bernaś).

POPIOŁY (Legionäre, 1965) Der Verlust der staatlichen Souveränität und die Aufteilung Polens zwischen Preußen, Russland und Österreich Ende des 18. Jahrhunderts ist eines der kollektiven polnischen Traumata. Vor diesem Hintergrund und basierend auf einem Roman von Stefan Zeromski, der den Glauben an ein zukünftiges Polen formuliert, entwirft Wajda ein monumentales Fresko um eine Gruppe von polnischen Adligen, die in Napoleon den Befreier Polens sehen, deren Hoffnungen jedoch enttäuscht werden.

KRAJOBRAZ PO BITWIE (Landschaft nach der Schlacht, 1970) Der Krieg ist vorüber, ein KZ wird befreit, die ehemaligen Häftlinge werden in ein DP-Camp umquartiert. Doch das Erlebte legt sich wie ein Schatten über ihre Gegenwart und Zukunft, Kampf, Gewalt und Rache bestimmen auch im neuen Lager ihr Leben. Dennoch entwickelt sich eine vorsichtige Beziehung zwischen einer Jüdin und dem Intellektuellen Tadeusz (Daniel Olbrychski). Als sie unabsichtlich erschossen wird, flüchtet er sich in Zynismus und verlässt das Camp. Eine stark ästhetisierte, ausgewaschen anmutende Anfangssequenz verbildlicht das Grundmotiv des Films: den Verlust der menschlichen Identität in der Unmenschlichkeit der Lebensbedingungen im KZ.

SAMSON (1961) Die alttestamentarische Legende von Samson, der sich gegen seine Unterdrücker auflehnt und mit ihnen stirbt, dient als titelgebender Referenzpunkt für die Geschichte des jüdischen Studenten Jacub Gold in Polen vor und während des Zweiten Weltkriegs. Aus dem Gefängnis entlassen, folgt er seiner Mutter ins Ghetto, kann von dort fliehen, findet Unterschlupf und Anschluss an eine Widerstandgruppe in einer illegalen Druckerei, bis diese von deutschen Soldaten gestürmt wird. Ausgehend von Jacubs allmählicher Wandlung mündet der Film in ein Nachdenken über das Verhältnis von Individuum und Geschichte.

BEZ ZNIECZULENIA (Ohne Betäubung, 1978) Im Mittelpunkt dieser Zustandsbeschreibung Polens Ende der 70er Jahre steht der erfolgreiche Journalist Jerzy, der über die Anforderungen seines Berufs die politischen wie auch die privaten Zeichen der Zeit aus den Augen verliert. Seine Unfähigkeit sich anzupassen führt mit beklemmender Zwangsläufigkeit zur persönlichen und beruflichen Niederlage. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Diktat falscher Ideale, dem Konformismus und der Mittelmäßigkeit.

POLOWANIE NA MUCHY (Fliegenjagd, 1969) Diese groteske Karikatur des polnischen Kulturbetriebs ist eine von Wajdas zwei Satiren. Ein gescheiterter Student wird zum Opfer des übersteigerten Ehrgeizes seiner Geliebten, seiner Schwiegereltern und seiner Ehefrau, die einen anerkannten Übersetzer aus ihm machen und ihn in die "Kultur-Schickeria" einführen wollen. Eine Erkundung der Condition Humaine im Mantel der Gesellschaftskomödie. Vorfilm: PRZEKŁADANIEC (Rollkuchen, Polen 1968, 10.12.) Die kurze Science-Fiction-Komödie von überraschender Aktualität basiert auf einer Erzählung von Stanislaw Lem: Einem Rennfahrer werden nach Unfällen diverse Organe transplantiert, was bei ihm zu einer umfassenden Identitätsverwirrung führt. Ein Bild der Welt Warschauer Intellektueller – voller Gags, Cartoons und Karikaturen.

CZŁOWIEK Z ŻELAZA (Der Mann aus Eisen, 1981) In der Fortsetzung von MANN AUS MARMOR schildert Wajda den politischen Umschwung Anfang der 80er Jahre aus dem Blickwinkel eines opportunistischen Reporters, der die Biografie eines der Streikführer recherchiert. "Unsere Idee war es, die Ereignisse des August 1980 aus dem Blickwinkel des August 1980 zu erzählen." (A.W.) Die Unmittelbarkeit in der Darstellung der Streikwelle des "Polnischen Augusts" findet in der nervösen Intensität der Bilder, der fragmentarischen Narration, dem Zusammenfügen unterschiedlicher Bildebenen ihren überzeugenden formalen Ausdruck.

WESELE (Die Hochzeit, 1973) Werkgetreue Adaption des berühmten Dramas von Stanisław Wyspiański über die verlorene Identität und den Mythos Polens. Auf zwei Ebenen entfaltet sich das um die Jahrhundertwende angesiedelte Geschehen: Der schwelgerischen Hochzeit eines Dichters und einer Bauerntochter wird eine surreale Phantasmagorie in Form einer Zwiesprache der Hochzeitsgäste mit Gestalten der polnischen Geschichte zur Seite gestellt. Es entfaltet sich ein mythischer Reigen, ein entfesselter Rausch.

PANNY Z WILKA (Die Mädchen von Wilko, 1979) Als Wiktor Ruben (Daniel Olbrychski) nach 15 Jahren wieder in das ländliche Wilko zurückkehrt, beginnt für ihn und die Schwestern eines benachbarten Gutes eine Reise in die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit: einen gemeinsam verbrachten unbeschwerten Sommer. Im Blick zurück verschmelzen die Zeitläufe, spitzen sich Träume und Hoffnungen noch einmal zu. Eine elegisch-melancholische Reflexion über eine verlorene Generation.

BRZEZINA (Birkenhain, 1970) Ein so stilles wie stimmungsvolles Kammerspiel um zwei ungleiche Brüder: den zurückgezogenen Witwer Bolesław, der mit seiner Tochter auf dem Land lebt, und den lebenslustigen, aber todkranken Stanislaw, der aus der Schweiz in die Heimat zurückkehrt, um hier zu sterben.

ZIEMIA OBIECANA (Gelobtes Land) Monumentales Gesellschaftspanorama der Textilmetropole łodz Ende des 19. Jahrhunderts, eines Brennpunkts der sich rasant entwickelnden Industriellen Revolution. Drei Glücksritter wollen am ökonomischen Aufbruch teilhaben und gründen eine Fabrik. Zunehmend skrupellos verfolgen sie ihr Ziel: Geld, Macht und Besitz. Basierend auf dem Roman des Nobelpreisträgers W. S. Reymont führt Wajda eine Vielzahl von unterschiedlichen Figuren in einem brodelnden, erbarmungslosen Hexenkessel zusammen und zeigt eine Gesellschaft am moralischen Abgrund.

CZŁOWIEK Z MARMURU (Der Mann aus Marmor, 1977) Eine Meditation über Entdecken und Verdrängen und das Potential des Films zur ideologischen Manipulation. Wajda setzt die unmittelbare Gegenwart der 70er Jahre mit den Jahren des sozialistischen Aufbaus in Verbindung, verschachtelt die Zeitebenen mittels Rückblenden und Archivmaterial. Wie ein Mosaik setzt die junge Regisseurin Agnieszka (Krystyna Janda) unterschiedliches Material zusammen, um das Leben eines einstigen "Helden der Arbeit" zu rekonstruieren, der nach einem Unfall abgeschoben wird. Die Verdrängung des einst gefeierten Helden in den 50er Jahren findet in der Abwehrhaltung des Fernsehredakteurs, den Agnieszka mit ihren Entdeckungen konfrontiert, 20 Jahre später ihre Entsprechung.

WSZYSTKO NA SPRZEDAŻ (Alles zu verkaufen, 1969) "Ein Film über das Unvermögen, einen Menschen ohne seine Anwesenheit zu fassen." (A.W.) Wajdas sehr persönliche Hommage an den emblematischen Schauspieler Zbigniew Cybulski, den polnischen James Dean, wird zum Dokument seiner Trauerarbeit aber auch einer Selbstbefragung und persönlichen Bestandsaufnahme. In diesem Film-im-Film werden die Dreharbeiten von der Nachricht des Todes des Hauptdarstellers jäh unterbrochen. Unsicher, wie er mit dem Verlust umgehen soll, gerät der Regisseur in eine tiefe persönliche und kreative Krise.

TATARAK (Der Kalmus, 2009) Eine andere filmische Form der Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Menschen, in diesem Fall des Kameramanns Edward Kłosiński, finden Krystyna Janda, Kameramann Pawel Edelman  und Wajda in DER KALMUS. Fließend gehen die drei Ebenen des Films ineinander über: reduzierte Sequenzen, in denen Janda sich an die letzten Tage mit ihrem Mann erinnert, Set-Aufnahmen der Dreharbeiten und die eigentliche Spielfilmhandlung über die brüchige Idylle des letzten Sommers einer sterbenskranken Frau. Variationen des Umgangs mit Vergänglichkeit, Tod und Trauer. Vorfilm: TRÓJKA DO WZIĘCIA (Three for the Taking, Bartosz Konopka, 2007, 18.12.)

KORCZAK (Andrzej Wajda, Polen/BRD 1990) Eine Verschränkung von zeitgenössischen Wochenschauen und zurückgenommenen Schwarzweißaufnahmen bildet den Hintergrund der Geschichte des polnisch-jüdischen Kinderarztes und Pädagogen Korczak, der im Warschauer Ghetto ein Waisenhaus leitet und trotz aller Widrigkeiten den Geist von Menschlichkeit und Toleranz aufrechtzuhalten versucht. 1942 soll das Heim aufgelöst, die 200 Kinder sollen deportiert werden. Korczak begleitet sie in den Tod. Offene Waggons und Kinder, die sich im Herbstnebel verlieren, sind die letzten Bilder des Films. "Der Absprung vom Zug der Geschichte evoziert das Schlimmste, das in Nacht und Nebel sich verbarg." (Karsten Witte)

LAS KATYŃSKI (Der Wald von Katyn, Marcel Łoziński, Andrzej Wajda, Polen 1990) Früher Fernsehdokumentarfilm über das Massaker von Katyn, das sich auf Archivbilder, Zeugenaussagen und die Erinnerung der Beteiligten stützt.

KATYŃ (Das Massaker von Katyn, 2007) Die von Stalin verordnete Ermordung von 22.000 polnischen Offizieren, Polizisten und Intellektuellen – darunter Andrzej Wajdas Vater – im Wald von Katyn im Frühjahr 1940 gehört zu den großen Traumata der jüngeren polnischen Geschichte. Die Sowjets lasteten das Massaker jahrzehntelang der deutschen Wehrmacht an, bis Jelzin 1992 die Archive öffnete. In seinem Spielfilm nähert sich Wajda dem lange tabuisierten Geschehen mit Bedacht: Während und nach dem Krieg machen sich verschiedene Hinterbliebene auf die Suche nach Vätern, Söhnen, Brüdern und der Wahrheit, die zwischen vermeintlich übergeordneten Interessen zerrieben wird.

NASTASJA (Polen/Japan 1994) Wajdas filmische Bearbeitung des letzten Kapitels von Dostojewskis Der Idiot geht auf das Zusammentreffen mit dem japanischen Kabuki-Theaterstar Tamasaburo Bando zurück, der für seine Darstellung weiblicher Rollen berühmt ist. In NASTASJA verkörpert er zunächst Fürst Myschkin, der gemeinsam mit Rogoshin Wache am Totenbett der geliebten Nastassja hält. Im Verlauf der Totenwache verliert sich Myschkin in der Erinnerung an die Verstorbene und nimmt die Gestalt der titelgebenden Protagonistin an.

ZEMSTA (Rache, 2002) Zwei verfeindete Nachbarn müssen erkennen, dass ihre Kinder heiraten wollen. Als unbeabsichtigtes Gegenstück zu Mickiewicz' PAN TADEUSZ gibt die Gesellschaftskomödie des polnischen Bühnenautors und Dichters Fredro aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen wesentlich weniger heroischen, aber umso humorvolleren Eindruck des polnischen Landadels, dargestellt von Roman Polański, Janusz Gajos und Daniel Olbrychski.

PAN TADEUSZ (1998, 23.12.) "Unverfilmbar!" hieß es lange Zeit in Bezug auf das identitätsstiftende polnische Nationalepos in Versform von Adam Mickiewicz. Wajda behält den polnischen Alexandriner des nationalen Heiligtums bei, findet schwelgerisch opulente Bilder und große Schauspieler (Bogusław Linda, Daniel Olbrychski, Grażyna Szapołowska). Die Handlung – eine Familienfehde wird angesichts der Bedrohung durch russische Truppen beigelegt – spielt an wenigen Tagen Anfang des 19. Jahrhunderts und kulminiert wie so oft bei Wajda in der Polonaise, im symbolhaften Reigen, in dem Zeitläufe, Mythen und Legenden zu verschmelzen scheinen.

P.S. - Russische Finsternis -

Erinnern wir uns!

Alexander Litvinenko
"The Litvinenko Inquiry - Report info the death of Alexander Litvinenk."
Litvinenko-Inquiry-Report-web-version.pd[...]
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Nowaja Gazeta: Wie Boris Nemzow

ermordet wurde

"Die Welt muss innehalten -

 

und damit beginnen,

 

sich nicht über Ausrottungskoalitionen

 

zu verständigen,sondern über

 

den eigenen Fortbestand.

 

Früher oder später wird  der Wettlauf

 

des Wahnsinns,dessen Augenzeugen

 

wir heute sind, natürlich dazu führen.

 

Fragt sich nur,um den Preis welcher Opfer"

 

Anna Politkowskaja -18.März 2004