22./23. September 2020

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IWAN WASOW

 

(1850 - 1921)

 

99. Todestag

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Erinnerung als Waffe

 

 

Die Geschichtspoltik

 

 

des Putin - Regimes

 

 

Zeitschrift Osteuropa 6/2020

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Hallo Interessierte!

 

Mehr als zweieinhalb Jahre

 

forschte ich  in Archiven und

 

Bibliotheken für ein schwie-

 

riges Buchprojekt.

 

 

Die Textarbeit ist ein

 

kompliziertes Puzzle aus

 

Dokumenten, Erinnerungen

 

und Interviews nach 54 Jahren

 

Theater - Film - und Medienarbeit.

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Peter Krüger

 

Biografisches

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THEATERARBEIT AUS DER

 

ERINNERUNG

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BERLIN

 

Invalidenfriedhof 1990

 

im Bereich der Mauer

 

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Zum zweiten Male, nach 1979

 

auf der Wilhelmsburg im

 

thüringischen Schmalkalden,

 

mit einer Verbots - Aktion

 

der Staatssicherheit,

 

näherten wir uns im Sommer

 

1990  auf dem geschundenen

 

Berliner  Invalidenfriedhof

 

in der Scharnhorststrasse

 

den Hyperion - Texten

 

von Friedrich Hölderlin.

 

Über die Gräberfelder

 

war das barbarische

 

DDR - Grenzregime

 

gebaut worden.

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"Barbaren von Alters her, durch Fleiss

und Wissenschaft und selbst durch

Religion barbarischer geworden,

…das  waren meine Tröster."

 

"Es ist ein hartes Wort und dennoch sag’

ichs, weil es Wahrheit ist: ich kann kein

Volk mir denken, das zerrissner wäre, wie

die Deutschen. Handwerker siehst du,

aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergossne Lebensblut im Sande zerrinnt?…"

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"...Es ist auf Erden alles unvollkommen,

ist das alte Lied der Deutschen. Wenn

doch einmal diesen Gottverlaßnen einer

sagte, daß bei ihnen nur so unvollkom -

men alles ist, weil sie nichts Reines unverdorben, nichts Heiliges unbetastet

lassen mit den plumpen Händen, daß bei

ihnen nichts gedeiht, weil sie die Wurzel

des Gedeihns, die göttliche Natur nicht

achten, daß bei ihnen eigentlich das

Leben schal und sorgenschwer und

übervoll von kalter stummer Zwietracht

ist, weil sie den Genius verschmähn, der

Kraft und Adel in ein menschlich Tun,

und Heiterkeit ins Leiden und Lieb und Brüderschaft den Städten und den

Häusern bringt..."

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"Und darum fürchten sie auch den Tod so

sehr, und leiden, um des Austernlebens

willen, alle Schmach, weil Höheres sie

nicht kennen, als ihr Machwerk, das

sie sich gestoppelt..."

 

Friedrich Hölderlin

 

HYPERION

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Deutsches Literaturarchiv

 

in Marbach - Ausstellung

 

HÖLDERLIN - CELAN

 

und die Sprachen der Poesie

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Cornelia Heyse - DIOTIMA

Mathis Schrader - HYPERION

Peter Krüger - REGIE

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Wir spielten im August 1990

acht Vorstellungen auf dem

Invalidenfriedhof und

drehten einen Film:

 

HYPERION - FRAGMENTE

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Am 20. März 2020 war der

 

250. Geburtstag von

 

Friedrich Hölderlin

 

"Das, das gibt dem Menschen

seine ganze Jugend,

dass er Fesseln zerreißt."

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An die Liebe

 

Froh der süßen Augenweide
Wallen wir auf grüner Flur;
Unser Priestertum ist Freude,
Unser Tempel die Natur; –
Heute soll kein Auge trübe,
Sorge nicht hienieden sein!
Jedes Wesen soll der Liebe,
Frei und froh, wie wir, sich freun!

 

Höhnt im Stolze, Schwestern, Brüder!
Höhnt der scheuen Knechte Tand!
Jubelt kühn das Lied der Lieder,
Festgeschlungen Hand in Hand!
Steigt hinauf am Rebenhügel,
Blickt hinab ins weite Tal!
Überall der Liebe Flügel,
Hold und herrlich überall!

 

Liebe bringt zu jungen Rosen
Morgentau von hoher Luft,
Lehrt die warmen Lüfte kosen
In der Maienblume Duft;
Um die Orione leitet
Sie die treuen Erden her,
Folgsam ihrem Winke, gleitet
Jeder Strom ins weite Meer;

 

An die wilden Berge reihet
Sie die sanften Täler an,
Die entbrannte Sonn erfreuet
Sie im stillen Ozean;
Siehe! mit der Erde gattet
Sich des Himmels heilge Lust,
Von den Wettern überschattet
Bebt entzückt der Mutter Brust.

 

Liebe wallt durch Ozeane,
Höhnt der dürren Wüste Sand,
Blutet an der Siegesfahne
Jauchzend für das Vaterland;
Liebe trümmert Felsen nieder,
Zaubert Paradiese hin –
Lächelnd kehrt die Unschuld wieder,
Göttlichere Lenze blühn.

 

Mächtig durch die Liebe, winden
Von der Fessel wir uns los
Und die trunknen Geister schwinden
Zu den Sternen, frei und groß!
Unter Schwur und Kuß vergessen
Wir die träge Flut der Zeit,
Und die Seele naht vermessen
Deiner Lust, Unendlichkeit!

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"Zu lang schon treten die Sterblichen

sich gern auf's Haupt und zanken

um Herrschaft sich, den Nachbarn

fürchtend, und es holt auf eigenem

Boden der Mann nicht Segen."

 

Friedrich Hölderlin

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Friedrich Hölderlin, einst der Liebling national bewegter -- und dann links "progressiver" --

Jugend, ist am Exilder Klassiker-Regale angekommen.

 

So wird der Blick frei auf die

Schönheit seiner Sprache.

 

Eine Hölderlin-Zeit ist unser frühes einundzwanzigstes Jahrhundert gewiss

nicht. Das mit hoher affektiver Intensität ge-

ladene Pathos der Oden und Hymnen von

Friedrich Hölderlin kann leicht Re-aktionen von Peinlichkeit in einer Gegen-wart auslösen, deren eigene Lyrik gerneauf Gesten der Ironie und des grotesken Zitats, der Untertreibung und des Mini-malismus setzt. Seine idealistischen Träume von nationaler Einheit und bürgerlicher Freiheit haben lange schon Verwirk-lichungen in einem politischen Alltag ge-funden, den wir keinesfalls mehr als erfüll-te Utopie erleben, sondern eher als eine selbstzu-friedene und bestenfalls ganz nor-male Welt. Höl-derlins enthusiastischen Glauben an den Fortschritt als zuverlässige und zugleich eupho-risierende Energie der Geschichte schließlichhaben die ver-

gangenen Jahrzehnte ersetzt

mit der Pragmatik eines zur

beständigen Lebensbe-

dingung gewordenen Kri-

senManagements.

 

Hans-Ulrich Gumprecht

Frankfurter Allgemeine Zeitung

25. Oktober 2014

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Hans Ulrich Gumbrecht , der Literaturwissenschaftler, der an der Univer-

sität Stanford Komparatistik lehrt, sprach an

der Hochschule der Künsteüber „Hölderlin

nach dem Zeitalter der Ide-ologien“ und be-

tonte dabei „die heraus-fordernde Fremdheit seiner Sprache“. Also beschloß der Journalist Reto Klar, der im Lehrer-Staatsexamen eine Arbeit über Hölderlin schrieb und nach dem Studiumeine Fahrradtour auf den Spuren

des Dich-ters unternahm, den Professor

nur zu Hölderlin zu befragen.“

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„…Die Welt : Als ich studierte, war Hölderlin ein tragischer Revolutionär. Ein Jakobiner, der vor den reaktionären Verhältnissen inden Wahn flüchtete. Mit diesem Hölderlin können oder wollen Sie nichts anfangen.

 

Hans Ulrich Gumbrecht: Natürlich war Höl-

derlin, wie Hegel und auch Kant, beein-

druckt von der Französischen Revolution.

Das war für sie die Zukunft. Und als Hölder-

lin Hauslehrer in Frankfurt war und seine Liebesaffäre mit Susette Gontard hatte, da

gab es nebenan die Mainzer Republik. Höl-

derlin hatte Kontakt zu deutschen Jako-

binern, sein bester Freund Sinclair stand

als Radikaler unter polizeilicher Beobach-

tung. Aber ich halte es für einen Irrtum, die hölderlinsche Lyrik allein oder vor allem

durch diese politische Haltung er-schließen

zu wollen. Denn diese Lyrik geht aus einer

Reihe von zentralen Spannungen hervor,

die Hölderlin in einem geradezu kosmischen Diskurs miteinander zu vermitteln versucht.

Das gelingt ihm nicht. Aber gerade dieses Scheitern ist Bedingung seiner Größe.

Hölderlins Gedichtesind eben nicht nur

politisch, sonst wärensie so langweilig

wie die jakobinischen Gesangsbücher,

die es ja tatsächlich gibt.

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…Ich will also nicht sagen, dass ein Revolutionär kein großer Lyriker sein kann. Aber die Spannungen, in denen Hölderlin stand, berührten ihn in seiner individuellen Existenz und zerstörten ihn am Ende. Selbst wenn Hölderlin ein Jakobiner war: Ihn als Jakobiner lesen reduziert die Lyrik auf eine Dimension. Sie ist komplexer.

 

Die Welt: Man kann das Revolutionäre

aber auch nicht ausblenden. Im „Ersten Systemprogramm des deutschen Idealis-mus“ heißt es: „Jeder Staat muss freie Menschen als mechanisches Räderwerk behandeln; und das soll er nicht: also soll

er aufhören.“ Das ist ja mehr als jakobi-

nisch. Das ist …

 

Gumbrecht: Das ist tendenziell anarchis-tisch. Das ist auch tendenziell „libertarian“

im Sinne von Silicon Valley

 

Die Welt: Sie nehmen mir meine Schlusspointe vorweg.

 

Gumbrecht: Ich wohne ja da. Stanford,

meine Universität, geht geografisch und mental bruchlos in die elektronische Szene von Palo Alto über. Die Parallele zur wahr gewordenen kalifornischen Utopie hat mich bei der Lektüre des „Systemprogramms“ überrascht, ja schockiert. Aber so hat Höl-derlin wohl gedacht: Alle institutionellen Formen sollen nur Vorläufer eines utopisch Besseren, einer vollkommeneren

Form von Freiheit sein…“

 

Reto Klar

Im Interview mit

Hans Ulrich Gumbrecht

DIE WELT - ONLINE

welt.de

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ZEITSPRUNG 2012

 

Deutsche Tage

 

in Inguschetien

 

Tage mit Bertolt Brecht

 

10. bis 17.  September 2012

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"Wer die Wahrheit nicht weiß,

der ist bloß ein Dummkopf.

Aber wer sie weiß und sie

eine Lüge nennt, der ist

ein Verbrecher."

 

Bertolt Brecht

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Die Ausstellungseröffnung war in

 

Karabulak mit dem Brechtabend

 

AN DIE NACHGEBORENEN

 

unter meiner Leitung

 

gespielt von Akteuren des

 

Dramatischen Theaters

 

in Inguschetien.

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Bertolt Brecht

 

BALLADE VON DER

UNZULÄNGLICHKEIT

MENSCHLICHEN PLANENS

 

Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.

 

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlecht genug.
Doch sein höhres Streben
Ist ein schöner Zug.

 

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

 

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihn auf den Hut.
Hast du ihm auf dem Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!

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Über die Bezeichnung

 

Emigranten (1937)

 

Immer fand ich den Namen falsch,

den man uns gab:

Emigranten.


Das heißt doch Auswandrer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss


Wählend ein andres Land. Wanderten

wir doch auch nicht

Ein in ein Land, dort zu bleiben,

womöglich für immer
 

Sondern wir flohen. Vertriebene

sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll

das Land sein, das uns da
aufnahm

 

Unruhig sitzen wir so, möglichst

nahe den Grenzen
Wartend des Tags der Rückkehr,

jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend,

jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend

und nichts aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was

geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Sunde täuscht

uns nicht! Wir hören die
Schreie

 

Aus ihren Lagern bis hierher.

Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten,

die da entkamen
Über die Grenzen. Jeder von uns
Der mit zerrissenen Schuhn durch

die Menge geht
 

Zeugt von der Schande, die jetzt

unser Land befleckt.

Aber keiner von uns
Wird hier bleiben.

Das letzte Wort Ist noch

nicht gesprochen.

 

Bertolt Brecht

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ZEITSPRUNG  2018

 

19. September 2018

 

Bibliothek der Universität in Magas,

Hauptstadt der Republik Inguschetien.

Eröffnung der Ausstellung

 

Bertolt Brecht

 

An die Nachgeborenen

 

Poster, Programmhefte, Bücher, Fotos

über die Arbeit des Berliner Ensembles

1949 – 1990.

 

Die Schau basiert auf Karl-Heinz Dreschers Tätigkeit.Er war 37 Jahre Grafiker und

Chef der Werbung für das

Berliner Ensemble.

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Auf den zwei Fotos unten im Foyer

 

der Universität von Magas.

 

Eröffnungstag der Ausstellung.

 

Poster, Programmhefte,

 

Bücher, Fotos u.v.a.

 

über die Biografie des

 

deutschen Dichters

 

BERTOLT BRECHT.

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Lolita Gagieva

 

fotografierte die Ausstellung.

 

Über Lolita erfahren Sie mehr

 

auf der Seite Kaukasusarchiv Eins

 

links oben.

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Während der Ausstellungs -

 

Eröffnung meldete ich mich

 

über SKYPE aus Bertolt Brechts

 

letzter Wohnung in der Berliner

 

Chausseestraße 125.

 

Ich zeigte den Besuchern

 

in Magas die Wohnräume,

 

das Haus von aussen und

 

auf dem benachbarten

 

Friedhof die Gräber der

 

Brecht-Familie, von seinen

 

Geliebten und Mitarbeitern.

 

Madina Chadzieva übersetzte

 

unsere Brecht - Exkursion.

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Auf den zwei Foto sehen Sie

 

LOLITA GAGIEVA,

 

sowie  eine Besucherin während

 

der Ausstellungs-Eröffnung.

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UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK

 

in Magas / Inguschetien

2018 im November:

Madina Chadzieva und Adam Malsagov sichten ein 

Spenden - Buchpaket

aus dem Bertolt - Brecht - Archiv

der Akademie der Künste in Berlin.

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Die Buchspenden aus dem

Berliner Bertolt - Brecht - Archiv

in der Universitäts - Bibliothek.

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Aischylos / Goethe

 

Prometheus

 

im Kaukasus

 

2014 in Nazran / Inguschetien

 

 

Prometheus im Kaukasus

 

Murat Sampiev in der Titelrolle

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Prometheus erster Monolog

 

im Vorspiel:

 

Prometheus

 

von Johann Wolfgang von Goethe

 

(Späte Fassung)

 

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst,
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Gluth
Du mich beneidest.

 

Ich kenne nichts Aermeres
Unter der Sonn', als euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät,
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Thoren.

 

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte wo aus noch ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär'
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz, wie mein's,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

 

Wer half mir
Wider der Titanen Uebermuth?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverey?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?

 

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Thränen gestillet
Je des Geängsteten?


Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,


Weil nicht alle
Blüthenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sey,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

 

Textfassung und Regie: Peter Krüger

 

Mein umfangreiches

 

Buch - Projekt  hat unter

 

vielem anderen auch

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die Theater - und Filmarbeiten

 

in Inguschetien und

 

Tschetschenien zum Inhalt.

 

2012 - Im Gespräch

 

mit dem inguschetischen

 

Präsidenten Junus-Bek Evkurov

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30. Juni 2019

 

Inguschetien ist nach Protesten

 

innerlich zerrissen

 

Proteste gegen einen Landtausch mit dem benachbarten Tschetschenien haben den langjährigen Chef der russischen Teilrepu-

blik Inguschetien im Nordkaukasus zermürbt.

Nun hat ihn Präsident Putin durch einen

vorläufigen Nachfolger ersetzt.

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Donnerstag, 25. Juli 2019

 

Von Theaterfreunden aus Nazran erfuhr

ich gestern, dass Junus Bek-Jewkurow

zum stellvertretenden Verteidigungsminister

Russlands ernannt wurde.

 

Der neue Präsident

Machmud-Ali Kalimatow

ist ein ehemaliger

Staatsanwalt.

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Tanz der Skythen

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PROMETHEUS IM KAUKASUS

 

In der Choreografie

 

RUSLAN GADABORCHEVS,

 

war das Nationale Tanzensemble 

 

Inguschetiens unser

 

Arbeitspartner für die

 

schwierigen Tänze nach

 

der Musik von Carl Orff.

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Im neu renovierten

 

Kulturhaus von Nazran

 

war am 27. März 2014,

 

dem Welttag des Theaters,

 

unsere Premiere.

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Mehr erfahren Sie auf den Seiten:

 

KAUKASUSARCHIVE 1 bis 3

 

links oben

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Meine

 

Theaterfahrten

 

2004 - 2017

 

unter anderem

 

nach Nazran, Grozny, Antwerpen,

 

Malgobek, Wladikawkas

 

Belarus und Moskau.

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UNTERWEGS

 

mit Peter Krüger

 

(Fotoreihe von oben)

 

2004 April/Mai in Nazran/Inguschetien

 

Proben und Premiere  meiner Inszenierung

 

von Bertolt Brechts Legemde aus dem

 

Dreissigjährigen Krieg:

 

"Mutter Courage und ihre Kinder"

 

im   National -Theater "I.Basorkin".

 

Es spielten tschetschenische und

 

inguschetische Akteure.

 

Erstes Probenfoto mit:

 

RUSLAN GANAJEW - Eilif,

 

ALBIKA ABDULAEVA - Kattrin,

 

ZURA RADUEVA - Mutter Courage,

 

MURTAS OSIEV - Schweizerkas.

 

 

2012 - Antwerpen / Belgien

 

Gastspiel des inguschetischen

 

THEATER STUDIOS BART

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Treffen mit dem inguschetischen Ptäsidenten

 

JUNUS BEK - JEVKUROV(rechts).

 

MADINA CHADZIEVA übersetzte.

 

 

2014 - Grozny / Tschetschenien

 

Vor einer Vorstellung

 

im  wiederaufgebauten

 

Dramatischen Theater.

 

 

2014 - Mit MADINA CHADZIEVA

 

 vor dem Bulgakow-Haus

 

im nordossetischen Wladikawkas.

 

 

2015 - In Malgobek in Inguschetien.

Bis hierher war die deutsche Wehrmacht

1942 für acht Monate vorgedrungen.

 

Es ging um die inguschetischen Erdölvorräte.

 

Den deutschen Besatzern gelang

es nicht, die verminten Erdöl-

quellen zu öffnen.

 

Unser Besuch diente der Vorbe-

reitung meiner Inszenierung von

Bertolt Brechts:

 

"Der aufhaltsame Aufstieg

 

des Arturo Ui"

 

 

2015  - In Swinoujscie / Polen

 

Gastspiel des "Theaters Voskresinnia"

aus Lviv / Lemberg :

 

DER KIRSCHGARTEN

von Anton Tschechow-

 

 

2015 - Theaterfestival in Brest / Belarus

 

Vor dem Festival-Theater in Brest.

 

 

2016 - Fomenko - Theater in Moskau

 

Hier und im Zentralen Moskauer

 

Schauspielerclub hielt ich im Januar 2016

 

zwei jeweils vierstündige Lektionen

 

über die Theaterarbeit Brechts.

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Auf dem Foto eins Szene aus Bertolt Brechts

 

MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER:

 

POLINA KUTEPOVA - Mutter Courage,

 

WERA STROKOVA - Kattrin,

 

DMITRI RUDKOV - Eilif,

 

NIKOLAI ORLOVSKIJ - Schweizerkas.

 

 

2017 - BART - THEATERSTUDIO

 

Probenarbeit für Michail Bulgakows

 

HUNDEHERZ

 

in Nazran / Inguschetien.

 

Mit Akteuren des inguschetischen

 

Dramatischen Theaters

 

Wir erarbeiteten eine TV-Fassung

 

Auf dem Foto von links:

 

Wacha Chadziev,

Rimma Kurskieva,

Zareta Gandaloeva,

Zulfija Kukurchoeva,

 

 

2020 - BART - Theaterstudie

in Nazran - Inguschetien.

 

In Vorbereitung meiner Inszenierung:

 

DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS

von Bertolt Brecht

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DAHEIM

 

2017 - November: Jacqueline Jacob

 

und ich lasen in Berlin-Moabit

 

aus meiner Theaterfassung

 

nach Michail Bulgakows Roman

 

DER MEISTER UND MARGARITA

 

 

2018 - 23. Februar erneut in Moabit mit

 

DER MEISTER UND MARGARITA

 

(Vorletztes Foto)

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2018 - 9. April  BUCHBASAR EINS

 

in Berlin - Moabit.

 

AUS DER WELT BERTOLT BRECHTS

 

Mutter Courage und ihre Kinder

 

Lesung und Film

 

Jacqueline Jacob und ich waren

 

wieder unterwegs.

 

(Letztes Foto)

 

P.S. 

 

Sechs Anzeigen zu meiner

 

Theaterarbeit

 

aus längst vergangenen Jahren.

 

Das folgende Foto zeigt

 

Daniela Baumstark

 

und Christian Seifert

 

als das Ehepaar MACBETH

 

bei Filmaufnahmen meiner

 

Inszenierung 

 

MACHTSPIELE (2004)

 

in Guben / Gubin.

Shimon An-Ski

 

Vor zwanzig Jahren

 

inszenierte ich mit polnischen

 

und deutsche Akteuren 

 

Shimon An-Skis

 

dramatische  jüdischen Legende 

 

DER DIBBUK.

 

An der  ehemaligen STASI - ZENTRALE in Berlin

 

 

Erfolgreiche

 

Veranstaltungen waren am:

 

 

Montag, 18. November 2019

 

 

Haus der Demokratie und

 

Menschrechte“ in Berlin

 

 

Montag, 17. Februar 2020

 

 

in der Stasi-Zentrale.

 

Campus für Demokratie

 

"Haus 7" (Stasi-Unterlagen-Archiv), Raum 030

 

Ruschestraße 103

 

10365 Berlin

 

 

DAMALS WAR ALLES

 

SOOO SCHÖN.!".

 

 

Es lasen: Jacqueline Jacob,

 

 

Mathis Schrader & Peter Krüger.

 

 

Friedrich Hölderlin:

 

HYPERION – FRAGMENTE (Film - 1990)

 

Es spielten: Cornelia Heyse, Axel Poike,

 

Mathis Schrader

 

 

Regie: Peter Krüger

 

 

Damals war alles sooo schön“

 

Ein Film des DDR – FERNSEHENS 1990

 

über STASI - Immobilien

 

 

Redaktion KLARTEXT

 

Autor: Peter Krüger

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OLEG SENZOW

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22. Februar 2020

 

DEUTSCHE WELLE

 

NUMBERS

 

Vom Gefängnis zur Berlinale

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Film - Premiere im Berliner

 

MAXIM – GORKI - THEATER

 

Deutsche Welle

 

21. Februar 2019

 

Der DW-Bericht

 

steht weiter unten.

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Während der BERLINALE 2020

 

wurde NUMBERS am 25. Februar

 

um 15:00 Uhr

 

im KINO CUBIX 6

 

am Alexanderplatz gezeigt.

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25. Dezember 2019

 

Oleg Senzow:

 

Operation

 

Entmenschlichung

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Noch nie gab es in russischen Gefängnis-

sen so wenige Insassen: Etwas mehr als

eine halbe Million Menschen verbüßen

derzeit ihre Haftstrafe.

 

Vor 20 Jahren waren es etwa doppelt

so viele, nach den USA war Russland

das Land mit den meisten Gefangenen

pro 100.000 Einwohner.

 

Was sich in den letzten 20 Jahren aller-

dings nur wenig verändert hat, sind die Haftbedingungen. Heute gibt der rus-

sische Staat täglich nur etwas mehr als umgerechnet zwei Euro pro Gefange-

nen aus. Ein Haftplatz in Deutschland

kostet rund das 60-fache.

 

Abgesehen von oft katastrophalen Haft-bedingungen müssen sich die Gefange-

nen in Russland auch besonderen Knast-Gesetzmäßigkeiten unterwerfen:

 

Erniedrigungen und Folter seitens

der Justizmitarbeiter oder Mitin-sassen gehören dort faktisch

zur Tagesordnung...

 

Oleg Senzow

NOWAJA GAZETA

25. Dezember 2019

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08. Oktober 2019

 

ukrinform.de

 

Oleg Senzow sagt vor

 

UN-Beobachtermission aus

 

Der ehemalige Häftling des Kremls Oleh Senzow hat

vor der Beobachtermission der UNO für Menschen-

rechte in der Ukraine ausgesagt.

 

Wie die Mission auf Facebook mitteilte, habe

Senzow über seine Inhaftierung auf der Krim

und in Russland erzählt. Für die Mission sei

ein persönliches Treffen mit dem Filmregis-

seur sehr wichtig gewesen, um Menschen-

rechtsverletzungen in seinem Fall zu

dokumentieren.

 

Die Information von Senzow werde für eine

Analyse der Situation mit Menschenrechten

auf der Krim, für öffentliche Berichte benutzt

und um Verantwortliche zur Rechen-

schaft zu ziehen.

 

Die UN-Beobachtermission will mit allen Häft-

lingen, die am 7. September freigelassen

wurden, sprechen.

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Montag, 13.Mai 2019 - 19:00 Uhr,

 

Robert-Havemann-Saal

 

im Berliner HAUS DER DEMOKRATIE

 

Leben

 

Erzählungen des

 

in russischer Haft sitzenden

 

ukrainischen Regisseurs Oleg Senzow

 

Lesung & Film

 

© VERLAG VOLAND & QUIST GmbH /

FILMVERLEIH RISE AND SHINE

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Es lasen: Olga Dobrodzei, Jacqueline Jacob,

Konstantin Levit, Peter Krüger.

 

Danach zeigen wir den Film THE TRIAL von Askold Kurov. Über Oleg Senzows Prozess in Rostow am Don.

 

Textfassung und Leitung: Peter Krüger

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21. Februar 2020

 

Bericht der Deutschen Welle

 

über Oleg Senzows neuen Film

 

NUMBERS

 

Die Premiere war im Berliner

 

MAXIM - GORKI - THEATER

 

und bei der BERLINALE

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MEMORIAL IN NAZRAN

 

Über die Deportation

 

des inguschetischen und

 

tschetschenischen Volkes

 

im Februar 1944

 

unter der Herrschaft  Stalins.

 

Am 23. Februar 2014, 70 Jahre

 

nach der Deportation,

 

stellten wir in Nazran eine

 

Lesung  von Dokumenten

 

und Interviews mit inguschetischen

 

Überlebenden vor. Die Textauswahl

 

und Darstellung war von mir.

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Im November 1933 schrieb

 

der russische Dichter

 

Ossip Mandelstam

 

ein Gedicht über Josef Stalin,

 

das diesem nicht gefallen konnte:

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Мы живем, под собою

 

не чуя страны

 

Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr,
 

Wir reden, dass uns auf zehn Schritt

 

keiner hört,

 

Doch wo wir noch Sprechen vernehmen, –
 

Betrifft's den Gebirgler im Kreml.

 

Seine Finger sind dick und, wie

 

Würmer, so fett,
 

Und Zentnergewichte

 

wiegt's Wort,  das er fällt,

 

Sein Schnauzbart lacht Fühler

 

von  Schaben,

 

Der Stiefelschaft glänzt so erhaben.

 

Schmalnackige Führerbrut

 

geht bei ihm um,
 

Mit dienstbaren Halbmenschen

 

spielt er herum,

 

Die pfeifen, miaun oder jammern.
 

Er allein schlägt den Takt mit dem Hammer.

 

Befehle zertrampeln mit Hufeisenschlag:
 

In den Leib, in die Stirn,

 

in die Augen, – ins Grab.

 

Wie Himbeeren schmeckt ihm das Töten –
 

Und breit schwillt die Brust des Osseten.


(Deutsch: Kurt Lhotzky)

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Jewgeni Jewtuschenko

 

STALINS ERBEN

 

(Erschienen 1962 in der PRAWDA)

 

„… Und Stalin/ erteilt wieder irgend jemandem seine Befehle./ wohin führt

die Leitung/ aus jenem Grab noch?/ Nein, Stalin ist nicht gestorben./ Den Tod hält er

für korrigierbar./ Wir haben ihn aus dem Mausoleum entfernt,/ Manche seiner Erben beschneiden nach ihrem Rücktritt Rosen,/ aber insgeheim glauben sie,/ daß der Abschied nur vorübergehend ist./ Manche beschimpfen Stalin sogar von der Tribüne herab,/ aber sie selbst trauern nachts den alten Zeiten nach./ Kein Zufall, daß die Er-

ben Stalins heute Herzinfarkte erleiden./ Ihnen, den Stützen von damals,/ gefallen

die Zeiten nicht,/ in denen die Lager leer sind,/ und statt dessen die Säle, wo man Gedichte hört,/ überfüllt sind./ Meine Hei-

mat hat mir befohlen, mich nicht ruhig-zustellen./ Möge man mir auch sagen,/ „Beruhige Dich!“,/ruhig kann ich nicht

sein./ Solange Stalins Erben/ noch auf

der Erde sind,/ scheint es mir,/ als sei

Stalin noch im Mausoleum geblieben.

 

Jewgeni Jewtuschenko

STICHOTVORENIJA, Moskau 2006.

Deutch von Jörg Baberowski

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Seit 1997 arbeite ich in den kleinen

 

nordkaukasischen Ländern u.v.a.

 

für das Dramatische Theater in

 

Nazran, Inguschetien.

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Solidarität für den Kollegen

 

KIRILL SEREBRENNIKOW

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Donnerstag, 9. Juli 2020

 

Kirill Serebrennikow

 

dreht einen neuen Film

 

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow bringt

nach einem jahrelangen Prozess wegen angeblichen

Betrugs im kommenden Jahr einen neuen Film heraus.

 

Er heißt „Die Petrows mit Grippe“. In der Hauptrolle

wird die bekannte russische Schauspielerin Tschulpan Chamatowa zu sehen sein, die auch in „Good Bye,

Lenin“ mitgespielt hat. Wie Sony Pictures in Moskau

mitteilte, soll der Film im kommenden Jahr in die

Kinos kommen. Zur ersten Produktion Serebrenni-

kows seit seiner umstrittenen Verurteilung veröffent-

lichte das Unternehmen einen Trailer.

 

Auch das ZDF ist an der Produktion beteiligt.

In dem Film nach einem Roman von Alexej Salnikow

geht es um eine Familie in der russischen Großstadt Jekaterinburg, die an der Grippe erkrankt und

daraufhin zu halluzinieren beginnt.

 

Deutschlandfunk Kultur

09. Juli 2020

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"Ich bereue nichts.

 

Ihr tut mir leid."

 

Aus der Rede Serebrennikows

vor dem Moskauer Gericht.

 

TAZ - 28. Juni 2020

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27. Juni 2020

 

 

Russland

 

Kirill Serebrennikow

 

wurde zu drei Jahren Haft

 

mit Bewährung und

 

800.000 Rubeln Strafgeld

 

veurteilt.

 

Deutsche Welle

27. Juni 2020

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25. Februar 2020

 

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

 

 

Kirill Serebrennikow:

 

 

Der russische Rebell bleibt unbeugsam

 

und stellt sich noch immer

 

gegen die Macht.

 

 

Tom Mustrogh

Neue Zürcher Zeitung

25. Februar 2020

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12. September 2019

 

PREMIERE

 

HENKER

 

von Martin McDonagh

 

GOGOL CENTER in Moskau

 

Regie und Fassung:

 

Kirill Serebrennikow

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Die Stücke von Martin McDonagh, schwankend

zwischen ländlich-irischer Trostlosigkeit von

»Leenane« bis »Inishmoor« und böser Komödie

 

voll absurder Situationen und Dialoge, haben

schon seit den frühen 90ern ein breites

Publikum begeistert.

 

Dann bewies McDonagh mit

»Der Kissenmann«

2003 fulminant, dass er als Dramatiker

nicht nurder Chronist irischer Schrulligkeiten ist, zog sichaber für geraume Zeit vom

Theater zurück.

 

Sein Kurzfilm »Six Shooter« wie

auch sein erster Spielfilm »Brügge

sehen und sterben« brachten

ihm 2006 und 2008 Oscar-

Nominierungen ein.

 

Bei beiden Projekten war er für Regie

und Drehbuch verantwortlich. Sein erstes Stück nach über zehn-jähriger Bühnenabstinenz wurde in England im

vergangenen Jahr daher mit größter

Spannungerwartet: »Hangmen« ist wieder »typischMcDonagh, denn Humor und

Gewaltliegen nahe beieinander.

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Die böse Hommage an einen selten im

Fokus stehenden Berufsstand definiert mit ironisch-leichter Hand denBegriff der »Swinging 60s« neu: 1965, am Tag der Abschaffung der Todesstrafe mischt

sich im Pubvon Harry, dem zweitbe-

rühmtesten Henker Englands, unter

die ortsüblichen Trinker nicht nur

ein neugieriger Reporter, der Fragen

nach Pier-repoint, dem Henker

Nummer eins, stellt.

 

Plötzlich taucht - wie in einem

klassischen Western-Setting - auch

ein seltsamer Unbekannter in der

Runde auf, der alle in Unruhe versetzt.

 

Als dann noch Harrys Tochter

verschwindet, scheint

die Vergangenheit den Henker

endgültig einzuholen.


McDonagh kreiert einen ausbalancierten

Plot, dergenaue Figurenzeichnung und erzählerische Vervemit grundlegenden

Fragen über Staatsgewalt und

Schuld paart, ohne je ins Banale oder

Morali-sierende zu kippen.

 

In Kirill Serebrennikows Fassung

spielt das Stückin einem Moskauer Aussenbezirk.

 

Die Namen der Spieler wurden

„russifiziert“ u.v.a.

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Meine Solidarität mit den

befreundeten Kollegen des

Akademischen Dramatischen

Theaters im bedrängten

ukrainischen Mariupol

am Asowschen Meer.

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In der Nacht vom

 

01.zum 02.November 1975 wurde

 

Pier Paolo Pasolini

 

in Ostia bei Rom ermordet

Auf einem Fussballplatz in Ostia.

An dieser Stelle  wurde

am 2. November 1975

der ermordete Pier Paolo

Pasolini gefunden.

Pasolinis Grab 

 

in Casarsa

Andrzej Wajdas

Tätigkeit als Film- und

Theaterregisseur erstreckte sich über

fast sechs Jahrzehnte.

Hier erfahren Sie mehr über seine

wichtigsten Filme

DANTON (F/Polen/BRD 1982) Als nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1981 Wajdas Arbeitsbedingungen eingeschränkt wurden, verlagerte er seinen Wirkungsort zeitweise nach Frankreich, um hier ein polnisches Theaterstück über die Endphase der Französischen Revolution zu verfilmen. Mit Parallelen zum polnischen Kriegsrecht entwirft Wajda das Bild einer brutalen Terrorherrschaft durch das Revolutionstribunal von Robespierre (Wojciech Pszoniak), dem Danton (Gérard Depardieu) und die Ideale der Revolution zum Opfer fallen.

POKOLENIE (Eine Generation, 1954) Wajdas neorealistisch anmutendes Debüt und erster Teil der Warschauer Trilogie kreist um den jungen Stach, der sich einer polnischen Widerstandsgruppe anschließt. Während des Warschauer Aufstands 1944 versuchen Stach und die Gruppe, Aufständische aus den unterirdischen Kanälen zu retten. Ohne jegliches Pathos formuliert der Film die Frage nach politischer und persönlicher Verantwortung – ein früher Tauwetterfilm.

KANAL (1956) Fernab der offiziellen, stalinistischen Geschichtsinterpretation und -darstellung zeichnet Wajda die Niederlage einer polnischen Widerstandgruppe in den letzten Tagen des Warschauer Aufstandes. Als ihre Position in der Vorstadt nicht mehr zu halten ist, steigen auch sie in die weitverzweigte Warschauer Kanalisation ab. Ein Irrweg durch expressionistisch ausgeleuchtete Kanalgänge beginnt, die Ausmaße des Danteschen Infernos annehmen.

POPIÓŁ I DIAMENT (Asche und Diamant, 1958) Wajda und der polnische Film finden mit ASCHE UND DIAMANT endgültig internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Die Geschichte eines Bruderkriegs spielt sich innerhalb weniger Stunden am 8. Mai 1945 ab. Maciek, ein national gesinnter ehemaliger Untergrundkämpfer (Zbigniew Cybulski) bereitet ein Attentat auf einen führenden Kommunisten vor. Zur gleichen Zeit wird die Siegesfeier vorbereitet. Kriegsprofiteure und Karrieristen beschließen das Fest mit einer Polonaise, während Maciek den Bezirks-Sekretär erschießt und dann selbst erschossen wird. Vorfilm: PAPARAZZI (Piotr Bernaś, 2011, 5.12., zu Gast: Piotr Bernaś).

POPIOŁY (Legionäre, 1965) Der Verlust der staatlichen Souveränität und die Aufteilung Polens zwischen Preußen, Russland und Österreich Ende des 18. Jahrhunderts ist eines der kollektiven polnischen Traumata. Vor diesem Hintergrund und basierend auf einem Roman von Stefan Zeromski, der den Glauben an ein zukünftiges Polen formuliert, entwirft Wajda ein monumentales Fresko um eine Gruppe von polnischen Adligen, die in Napoleon den Befreier Polens sehen, deren Hoffnungen jedoch enttäuscht werden.

KRAJOBRAZ PO BITWIE (Landschaft nach der Schlacht, 1970) Der Krieg ist vorüber, ein KZ wird befreit, die ehemaligen Häftlinge werden in ein DP-Camp umquartiert. Doch das Erlebte legt sich wie ein Schatten über ihre Gegenwart und Zukunft, Kampf, Gewalt und Rache bestimmen auch im neuen Lager ihr Leben. Dennoch entwickelt sich eine vorsichtige Beziehung zwischen einer Jüdin und dem Intellektuellen Tadeusz (Daniel Olbrychski). Als sie unabsichtlich erschossen wird, flüchtet er sich in Zynismus und verlässt das Camp. Eine stark ästhetisierte, ausgewaschen anmutende Anfangssequenz verbildlicht das Grundmotiv des Films: den Verlust der menschlichen Identität in der Unmenschlichkeit der Lebensbedingungen im KZ.

SAMSON (1961) Die alttestamentarische Legende von Samson, der sich gegen seine Unterdrücker auflehnt und mit ihnen stirbt, dient als titelgebender Referenzpunkt für die Geschichte des jüdischen Studenten Jacub Gold in Polen vor und während des Zweiten Weltkriegs. Aus dem Gefängnis entlassen, folgt er seiner Mutter ins Ghetto, kann von dort fliehen, findet Unterschlupf und Anschluss an eine Widerstandgruppe in einer illegalen Druckerei, bis diese von deutschen Soldaten gestürmt wird. Ausgehend von Jacubs allmählicher Wandlung mündet der Film in ein Nachdenken über das Verhältnis von Individuum und Geschichte.

BEZ ZNIECZULENIA (Ohne Betäubung, 1978) Im Mittelpunkt dieser Zustandsbeschreibung Polens Ende der 70er Jahre steht der erfolgreiche Journalist Jerzy, der über die Anforderungen seines Berufs die politischen wie auch die privaten Zeichen der Zeit aus den Augen verliert. Seine Unfähigkeit sich anzupassen führt mit beklemmender Zwangsläufigkeit zur persönlichen und beruflichen Niederlage. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Diktat falscher Ideale, dem Konformismus und der Mittelmäßigkeit.

POLOWANIE NA MUCHY (Fliegenjagd, 1969) Diese groteske Karikatur des polnischen Kulturbetriebs ist eine von Wajdas zwei Satiren. Ein gescheiterter Student wird zum Opfer des übersteigerten Ehrgeizes seiner Geliebten, seiner Schwiegereltern und seiner Ehefrau, die einen anerkannten Übersetzer aus ihm machen und ihn in die "Kultur-Schickeria" einführen wollen. Eine Erkundung der Condition Humaine im Mantel der Gesellschaftskomödie. Vorfilm: PRZEKŁADANIEC (Rollkuchen, Polen 1968, 10.12.) Die kurze Science-Fiction-Komödie von überraschender Aktualität basiert auf einer Erzählung von Stanislaw Lem: Einem Rennfahrer werden nach Unfällen diverse Organe transplantiert, was bei ihm zu einer umfassenden Identitätsverwirrung führt. Ein Bild der Welt Warschauer Intellektueller – voller Gags, Cartoons und Karikaturen.

CZŁOWIEK Z ŻELAZA (Der Mann aus Eisen, 1981) In der Fortsetzung von MANN AUS MARMOR schildert Wajda den politischen Umschwung Anfang der 80er Jahre aus dem Blickwinkel eines opportunistischen Reporters, der die Biografie eines der Streikführer recherchiert. "Unsere Idee war es, die Ereignisse des August 1980 aus dem Blickwinkel des August 1980 zu erzählen." (A.W.) Die Unmittelbarkeit in der Darstellung der Streikwelle des "Polnischen Augusts" findet in der nervösen Intensität der Bilder, der fragmentarischen Narration, dem Zusammenfügen unterschiedlicher Bildebenen ihren überzeugenden formalen Ausdruck.

WESELE (Die Hochzeit, 1973) Werkgetreue Adaption des berühmten Dramas von Stanisław Wyspiański über die verlorene Identität und den Mythos Polens. Auf zwei Ebenen entfaltet sich das um die Jahrhundertwende angesiedelte Geschehen: Der schwelgerischen Hochzeit eines Dichters und einer Bauerntochter wird eine surreale Phantasmagorie in Form einer Zwiesprache der Hochzeitsgäste mit Gestalten der polnischen Geschichte zur Seite gestellt. Es entfaltet sich ein mythischer Reigen, ein entfesselter Rausch.

PANNY Z WILKA (Die Mädchen von Wilko, 1979) Als Wiktor Ruben (Daniel Olbrychski) nach 15 Jahren wieder in das ländliche Wilko zurückkehrt, beginnt für ihn und die Schwestern eines benachbarten Gutes eine Reise in die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit: einen gemeinsam verbrachten unbeschwerten Sommer. Im Blick zurück verschmelzen die Zeitläufe, spitzen sich Träume und Hoffnungen noch einmal zu. Eine elegisch-melancholische Reflexion über eine verlorene Generation.

BRZEZINA (Birkenhain, 1970) Ein so stilles wie stimmungsvolles Kammerspiel um zwei ungleiche Brüder: den zurückgezogenen Witwer Bolesław, der mit seiner Tochter auf dem Land lebt, und den lebenslustigen, aber todkranken Stanislaw, der aus der Schweiz in die Heimat zurückkehrt, um hier zu sterben.

ZIEMIA OBIECANA (Gelobtes Land) Monumentales Gesellschaftspanorama der Textilmetropole łodz Ende des 19. Jahrhunderts, eines Brennpunkts der sich rasant entwickelnden Industriellen Revolution. Drei Glücksritter wollen am ökonomischen Aufbruch teilhaben und gründen eine Fabrik. Zunehmend skrupellos verfolgen sie ihr Ziel: Geld, Macht und Besitz. Basierend auf dem Roman des Nobelpreisträgers W. S. Reymont führt Wajda eine Vielzahl von unterschiedlichen Figuren in einem brodelnden, erbarmungslosen Hexenkessel zusammen und zeigt eine Gesellschaft am moralischen Abgrund.

CZŁOWIEK Z MARMURU (Der Mann aus Marmor, 1977) Eine Meditation über Entdecken und Verdrängen und das Potential des Films zur ideologischen Manipulation. Wajda setzt die unmittelbare Gegenwart der 70er Jahre mit den Jahren des sozialistischen Aufbaus in Verbindung, verschachtelt die Zeitebenen mittels Rückblenden und Archivmaterial. Wie ein Mosaik setzt die junge Regisseurin Agnieszka (Krystyna Janda) unterschiedliches Material zusammen, um das Leben eines einstigen "Helden der Arbeit" zu rekonstruieren, der nach einem Unfall abgeschoben wird. Die Verdrängung des einst gefeierten Helden in den 50er Jahren findet in der Abwehrhaltung des Fernsehredakteurs, den Agnieszka mit ihren Entdeckungen konfrontiert, 20 Jahre später ihre Entsprechung.

WSZYSTKO NA SPRZEDAŻ (Alles zu verkaufen, 1969) "Ein Film über das Unvermögen, einen Menschen ohne seine Anwesenheit zu fassen." (A.W.) Wajdas sehr persönliche Hommage an den emblematischen Schauspieler Zbigniew Cybulski, den polnischen James Dean, wird zum Dokument seiner Trauerarbeit aber auch einer Selbstbefragung und persönlichen Bestandsaufnahme. In diesem Film-im-Film werden die Dreharbeiten von der Nachricht des Todes des Hauptdarstellers jäh unterbrochen. Unsicher, wie er mit dem Verlust umgehen soll, gerät der Regisseur in eine tiefe persönliche und kreative Krise.

TATARAK (Der Kalmus, 2009) Eine andere filmische Form der Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Menschen, in diesem Fall des Kameramanns Edward Kłosiński, finden Krystyna Janda, Kameramann Pawel Edelman  und Wajda in DER KALMUS. Fließend gehen die drei Ebenen des Films ineinander über: reduzierte Sequenzen, in denen Janda sich an die letzten Tage mit ihrem Mann erinnert, Set-Aufnahmen der Dreharbeiten und die eigentliche Spielfilmhandlung über die brüchige Idylle des letzten Sommers einer sterbenskranken Frau. Variationen des Umgangs mit Vergänglichkeit, Tod und Trauer. Vorfilm: TRÓJKA DO WZIĘCIA (Three for the Taking, Bartosz Konopka, 2007, 18.12.)

KORCZAK (Andrzej Wajda, Polen/BRD 1990) Eine Verschränkung von zeitgenössischen Wochenschauen und zurückgenommenen Schwarzweißaufnahmen bildet den Hintergrund der Geschichte des polnisch-jüdischen Kinderarztes und Pädagogen Korczak, der im Warschauer Ghetto ein Waisenhaus leitet und trotz aller Widrigkeiten den Geist von Menschlichkeit und Toleranz aufrechtzuhalten versucht. 1942 soll das Heim aufgelöst, die 200 Kinder sollen deportiert werden. Korczak begleitet sie in den Tod. Offene Waggons und Kinder, die sich im Herbstnebel verlieren, sind die letzten Bilder des Films. "Der Absprung vom Zug der Geschichte evoziert das Schlimmste, das in Nacht und Nebel sich verbarg." (Karsten Witte)

LAS KATYŃSKI (Der Wald von Katyn, Marcel Łoziński, Andrzej Wajda, Polen 1990) Früher Fernsehdokumentarfilm über das Massaker von Katyn, das sich auf Archivbilder, Zeugenaussagen und die Erinnerung der Beteiligten stützt.

KATYŃ (Das Massaker von Katyn, 2007) Die von Stalin verordnete Ermordung von 22.000 polnischen Offizieren, Polizisten und Intellektuellen – darunter Andrzej Wajdas Vater – im Wald von Katyn im Frühjahr 1940 gehört zu den großen Traumata der jüngeren polnischen Geschichte. Die Sowjets lasteten das Massaker jahrzehntelang der deutschen Wehrmacht an, bis Jelzin 1992 die Archive öffnete. In seinem Spielfilm nähert sich Wajda dem lange tabuisierten Geschehen mit Bedacht: Während und nach dem Krieg machen sich verschiedene Hinterbliebene auf die Suche nach Vätern, Söhnen, Brüdern und der Wahrheit, die zwischen vermeintlich übergeordneten Interessen zerrieben wird.

NASTASJA (Polen/Japan 1994) Wajdas filmische Bearbeitung des letzten Kapitels von Dostojewskis Der Idiot geht auf das Zusammentreffen mit dem japanischen Kabuki-Theaterstar Tamasaburo Bando zurück, der für seine Darstellung weiblicher Rollen berühmt ist. In NASTASJA verkörpert er zunächst Fürst Myschkin, der gemeinsam mit Rogoshin Wache am Totenbett der geliebten Nastassja hält. Im Verlauf der Totenwache verliert sich Myschkin in der Erinnerung an die Verstorbene und nimmt die Gestalt der titelgebenden Protagonistin an.

ZEMSTA (Rache, 2002) Zwei verfeindete Nachbarn müssen erkennen, dass ihre Kinder heiraten wollen. Als unbeabsichtigtes Gegenstück zu Mickiewicz' PAN TADEUSZ gibt die Gesellschaftskomödie des polnischen Bühnenautors und Dichters Fredro aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen wesentlich weniger heroischen, aber umso humorvolleren Eindruck des polnischen Landadels, dargestellt von Roman Polański, Janusz Gajos und Daniel Olbrychski.

PAN TADEUSZ (1998, 23.12.) "Unverfilmbar!" hieß es lange Zeit in Bezug auf das identitätsstiftende polnische Nationalepos in Versform von Adam Mickiewicz. Wajda behält den polnischen Alexandriner des nationalen Heiligtums bei, findet schwelgerisch opulente Bilder und große Schauspieler (Bogusław Linda, Daniel Olbrychski, Grażyna Szapołowska). Die Handlung – eine Familienfehde wird angesichts der Bedrohung durch russische Truppen beigelegt – spielt an wenigen Tagen Anfang des 19. Jahrhunderts und kulminiert wie so oft bei Wajda in der Polonaise, im symbolhaften Reigen, in dem Zeitläufe, Mythen und Legenden zu verschmelzen scheinen.

"Die Welt muss innehalten -

 

und damit beginnen,

 

sich nicht über Ausrottungskoalitionen

 

zu verständigen,sondern über

 

den eigenen Fortbestand.

 

Früher oder später wird  der Wettlauf

 

des Wahnsinns,dessen Augenzeugen

 

wir heute sind, natürlich dazu führen.

 

Fragt sich nur,um den Preis welcher Opfer"

 

Anna Politkowskaja -18.März 2004